05.12.12

Industriekonzern ThyssenKrupp setzt drei Vorstände vor die Tür

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Die Verträge mit Jürgen Claassen, Edwin Eichler und Olaf Berlien sollen zum Jahresende aufgehoben werden, teilte der Konzern mit.

Essen. Der mit Milliardenproblemen und Korruptionsvorwürfen kämpfende Industriekonzern ThyssenKrupp trennt sich von gleich drei Vorstandsmitgliedern. Die Verträge mit Edwin Eichler, Olaf Berlien und Jürgen Claassen sollen zum Jahresende aufgehoben werden. Das teilte ThyssenKrupp am Mittwochabend mit. Es handelt sich zunächst um eine Empfehlung des Personalausschusses im Aufsichtsrat. Endgültig soll das Kontrollgremium an diesem Montag (10. Dezember) darüber entscheiden.

Damit zieht ThyssenKrupp unter anderem Konsequenzen aus dem Milliardendebakel beim Bau von Stahlwerken in Brasilien und den USA. Außerdem sieht sich der Traditionskonzern mit der Aufdeckung einer Reihe von Korruptionsfällen konfrontiert. Deshalb stelle sich die "Frage nach der bisherigen Führungskultur im Konzern", heißt es in der Mitteilung von ThyssenKrupp.

Auf ThyssenKrupp kommt nach der Aufdeckung eines Aufzug- und Rolltreppenkartells gleich mehreren Schadenersatzklagen zu. Die EU-Kommission hatte bereits eine millionenschweren Geldbuße verhängt. Berlien ist für diesen Unternehmensbereich zuständig. Claassen war wegen teurer Reiseeinladungen an Journalisten und eigener Reisen in die Kritik geraten. Gegen ihn prüft die Staatsanwaltschaft Essen die Aufnahme von Ermittlungen. Eichler war im Vorstand für Stahl zuständig.