30.11.12

Dax-Konzern ThyssenKrupp: Verdacht auf unsaubere Geschäftspraktiken

Stahlarbeiter im ThyssenKrupp-Werk

Foto: dpa

Stahlarbeiter im ThyssenKrupp-Werk Foto: dpa

Erst das Schienenkartell, dann Luxus-Pressereisen – jetzt dubiose Zahlungen bei einer Tochter: ThyssenKrupp kommt nicht zur Ruhe.

Essen. Der Industriekonzern ThyssenKrupp kämpft im eigenen Haus erneut mit zweifelhaften Geschäftspraktiken. Mitarbeiter des Tochterfirma GfT Bautechnik sollen Geschäfte mit dubiosen Zahlungen angeschoben haben.

Die Staatsanwaltschaft Essen untersucht zurzeit dubiose Zahlungen der Konzern-Tochter GfT Bautechnik bei Geschäften in Osteuropa und Asien. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte am Freitag, es werde gegen 14 Personen wegen Verdachts der Untreue und der Bestechlichkeit ermittelt.

Durch anonyme Hinweise sei das Unternehmen 2010 auf mögliche Verstöße aufmerksam gemacht worden. Dabei wurden im Zuge der internen Ermittlungen Unregelmäßigkeiten im Vertriebsgebiet Osteuropa festgestellt.

Nach Informationen des "Handelsblatts" summieren sich die zweifelhaften Zahlungen bei Projekten unter anderem in Kasachstan, Usbekistan und China auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Der Konzern habe die Mitarbeiter entlassen und die zuständigen Behörden informiert. "ThyssenKrupp sieht sich selbst als geschädigt und hat bereits Schadensersatzansprüche gerichtlich geltend gemacht", erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme.

Gegen die Beteiligten laufe ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren. Einer der gekündigten Manager wies laut "Handelsblatt" die Anschuldigungen zurück und klagt gegen seine Entlassung.

Nach dem Aufdecken eines Kartells auf dem Schienenmarkt und der öffentlichen Diskussion um luxuriöse Pressereisen hat ThyssenKrupp damit den nächsten Fall von unsauberer Geschäftsführung am Hals.

Nach Informationen des Blatts summieren sich die unklaren Zahlungen auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Die Summe setze sich zusammen aus Scheinrechnungen und Provisionen unter anderem bei Geschäften in Kasachstan, Usbekistan und China. Hierfür habe es keine erkennbaren Gegenleistungen gegeben.