20.11.12

Bonusmeilen-Prozess Lufthansa hat gute Karten gegen Hamburger Kläger

Der Hamburger IT-Professor Tobias Eggendorfer hat erfolgreich die Lufthansa verklagt

Foto: Tobias Eggendorfer

Im Streit über die Änderung ihres Prämienprogramms hat die Fluggesellschaft gute Aussichten gegen den IT-Professor aus Hamburg.

Hamburg/Köln. Im Berufungsprozess um den Wert der Vielfliegermeilen von Lufthansa, muss sich der Hamburger Kläger Tobias Eggendorfer auf eine Niederlage einstellen.

Im März dieses Jahres hatte der Informatik-Professor aus der Hansestadt zwar zunächst vor dem Landgericht Köln erfolgreich gegen die Abwertung seiner Meilen aus dem Prämienprogramm "Miles & More" geklagt.

Das Kölner Landgericht hatte dem Kläger recht gegeben, der durch das Vorgehen der Lufthansa sein Guthaben von fast 890.000 Bonusmeilen entwertet gesehen hatte, und die Änderung im Falle des IT-Professors für unwirksam erklärt.

Der Vorsitzende Richter des 15. Zivilsenats, Andreas Zingsheim, sagte am Dienstag, das Gericht halte die Berufung der größten deutschen Fluggesellschaft gegen ein Urteil des Kölner Landgerichts für erfolgversprechend.

Das Oberlandesgericht kritisierte, das Landgericht habe in seinem Urteil zu sehr auf die persönliche Situation des Vielfliegers abgestellt.

Entscheidend seien aber die Auswirkungen der Änderung auf einen durchschnittlichen Kunden. Für diese habe sich die Prämien-Situation durch die Neufassung aber in einigen Punkten sogar verbessert. Von einer Benachteiligung wider Treu und Glauben könne deshalb wohl nicht die Rede sein.

Die endgültige Entscheidung wird am 8. Januar verkündet. Der Kläger Eggendorfer zeigte sich im Anschluss enttäuscht und kündigte an, den Fall notfalls bis vor die höchste Instanz zu bringen.