16.11.12

Dax-Unternehmen

Rekordumsätze bei kleineren Gewinnmargen

Die 30 Dax-Konzerne legt mit 295 Milliarden im dritten Quartal einen neuen Bestwert ab. Hälfte ist dabei aber weniger profitabel.

Von Antonia Lange
Foto: dpa
Skulpturen Bulle und Bär vor Frankfurter Börse
Die Dax-Konzerne verbuchten im dritten Quartal neue Umsatzbestwerte. Allerdings sanken die Gewinne

Stuttgart. Die deutschen Börsenschwergewichte haben zum Jahresendspurt einen neuen Umsatzrekord aufgestellt – zuletzt schwächelten einige allerdings beim Gewinn. Das ist das Ergebnis einer Studie des Beratungs- und Prüfungsunternehmens Ernst & Young.

Im dritten Quartal setzten die Dax-Konzerne mit 295 Milliarden Euro rund 11 Prozent mehr um als im Vorjahr – ein neuer Bestwert. Bei den Gewinnen ergab sich hingegen ein gemischtes Bild. Vor Steuern und Zinsen erwirtschafteten die Top-Konzerne 16,2 Milliarden Euro – ein Rückgang von 37 Prozent, was auch auf einen Sondereffekt bei der Deutschen Telekom zurückging.

Die Untersuchung stützt sich auf die jüngsten Bilanzen von 29 der 30 Dax-Konzerne. Zwölf Unternehmen erwirtschafteten demnach zuletzt ein niedrigeres operatives Ergebnis als im Vorjahreszeitraum.

Steigende Umsätze und schrumpfende Gewinne führten entsprechend auch zu einer sinkenden Profitabilität der Top-Konzerne. Im Schnitt sank die Marge – das Verhältnis von operativem Gewinn zu den Erlösen - von 14,3 auf 9,7 Prozent. Die Kennziffer verringerte sich bei 17 Unternehmen der höchsten deutschen Börsenliga.

Die vorderen Plätze im Gewinnranking belegten nach wie vor die Autohersteller. Allerdings lag Volkswagen erstmals seit dem zweiten Quartal 2011 nicht mehr an der Spitze: Der Versicherungskonzern Allianz kletterte dank eines Gewinnsprungs von 30 Prozent im operativen Geschäft auf den ersten Platz.

Positiv wirkten sich für die Börsenriesen die Geschäfte in Übersee aus. "Die schwache Konjunkturentwicklung in Europa bremst die Entwicklung der Dax-Unternehmen zwar", sagte Thomas Harms, Partner bei Ernst & Young. "Dank ihrer globalen Aufstellung konnten aber viele Unternehmen stark vom Wachstum außerhalb Europas – insbesondere in China und den USA – profitieren."

Der Studie zufolge erwirtschafteten Deutschlands Spitzenkonzerne im dritten Jahresviertel jeden zweiten Euro außerhalb Europas. Während sie auf anderen Kontinenten ein Umsatzplus von 20 Prozent verbuchten, wuchsen sie in Europa nur um 4,5 Prozent.

Angesichts unsicherer Zukunftsaussichten setzten die Börsengrößen Harms zufolge zunehmend auf Sparprogramme: "Derzeit läuft eine Welle von Kostensenkungs- und Flexibilisierungsmaßnahmen an", sagte er. "Das Jahr 2013 dürfte ungemütlich werden. Die Unternehmen arbeiten daher mit Hochdruck daran, sich schlanker aufzustellen, um so besser durch die Krise zu kommen."

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