14.11.12

Facebook

Mitarbeiter dürfen Aktien verkaufen

180 Tage nach Börsenstart dürfen Mitarbeiter ihre Anteile abstoßen. Wird der Kurs weiter fallen oder stehen die Angestellten zur Firma?

Foto: dpa
Facebook-Aktie
Im Mai startete die Facebook-Aktie mit 38 Dollar, derzeit pendelt sie bei 20 Dollar. Wird sie noch tiefer fallen?

New York. Die einfachen Angestellten des sozialen Netzwerks Facebook können am Mittwoch (14. November) ihre Aktien verkaufen, die sie beim Börsengang des Unternehmens zugeteilt bekamen.

180 Tage nach dem Start an der US-Technologiebörse NASDAQ laufen die letzten Beschränkungen ab. Mit den sogenannten Haltefristen soll verhindert werden, dass Insider ihre Aktien zu schnell abstoßen.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist einer von denjenigen, die ihre Aktien am Mittwoch verkaufen könnten. Aber er kündigte schon im September an, dass er sie mindestens ein Jahr behalten will. Damit will er auch um das Vertrauen der Investoren in sein Unternehmen werben.

"Die Entwicklung der Aktie ist ganz offensichtlich enttäuschend", hatte Zuckerberg selbst eingeräumt. 38 Dollar hatte das Papier beim Börsengang im Mai gekostet, ganz kurz war es auf 45 Dollar gestiegen, nur um dann binnen wenigen Wochen die Hälfte des Werts zu verlieren. Momentan pendelt der Kurs um die 20 Dollar.

Hinter dem Versprechen steckt auch Eigennutz: Mit jedem Dollar, den der Kurs fällt, wird Zuckerberg eine halbe Milliarde Dollar ärmer. Schon jetzt hat er durch den Kursverfall rein rechnerisch fast die Hälfte seines Vermögens verloren – er kommt noch auf rund 10 Milliarden Dollar. In der Rangliste der reichsten US-Amerikaner, die das Magazin "Forbes" erstellt, sackte der 28-Jährige von Rang 14 auf Rang 36 ab. Er war damit der größte Verlierer in diesem Jahr.

Facebook ist zwar eine beispiellose Erfolgsgeschichte im Web. Mehr als eine Milliarde Nutzer tummeln sich hier – das ist rund jeder siebte Mensch auf diesem Planeten. Nirgendwo sonst rückt die Welt so nah zusammen. Doch geschäftlich läuft es bei Facebook eher mau: Die überlebenswichtigen Werbeeinnahmen sprudeln schwächer als erhofft; das Unternehmen schreibt seit dem Börsengang rote Zahlen. Problem ist die steigende Verbreitung von Smartphones, auf deren kleinen Bildschirmen sich schlechter Anzeigen platzieren lassen.

Vor diesem Hintergrund ist der Termin 14. November gefährlich: Dann laufen die Haltefristen für rund 800 Millionen Aktien aus – das ist etwa jeder dritte Facebook-Anteilsschein, der existiert. Viele der Papiere liegen in den Händen einfacher Mitarbeiter. Sie hatten die Aktien über die Jahre als Teil ihres Gehalts bekommen – und müssen nun entscheiden, ob sie an einen Kurserholung glauben oder ob sie lieber Kasse machen.

Wenn an diesem Mittwoch massenhaft Aktien auf den Markt kommen sollten, dürfte das von Investoren als böses Omen gewertet werden. Bereits beim Auslaufen früherer Haltefristen mit vergleichsweise geringen Stückzahlen war der Kurs empfindlich gefallen.

So war mit dem deutschstämmigen Risikokapitalgeber Peter Thiel einer der prominentesten Facebook-Finanziers der ersten Stunden fast komplett ausgestiegen. Auch der ehemalige Zuckerberg-Zimmergenosse aus Studentenzeiten und Facebook-Mitgründer Dustin Moskovitz trennte sich von einem Teil seiner Papiere. Erst vor wenigen Tagen versilberte auch Facebooks Nummer zwei Sheryl Sandberg einige Aktien - allerdings nur einen kleinen Teil ihres Bestands.

Der Druck auf den Kurs dauert an: Im Dezember fallen die Schranken für weitere 156 Millionen Aktien aus dem Bestand von Altinvestoren, im Mai läuft eine letzte Haltefrist für 47 Millionen Aktien aus. Das einflussreiche US-Wirtschaftsmagazin "Barron's" stellte vor einiger Zeit die rhetorische Frage: "Was sind die Aktien wert?" Und das Magazin gab gleich selbst die Antwort: "Vielleicht nur 15 Dollar."

Facebook-ABC: A wie "Aussteigen" bis Z wie "Zuckerberg"
Facebook-ABC: A wie "Aussteigen" bis Z wie "Zuckerberg"
Aussteigen:
Von Facebook offiziell wieder los zu kommen und dabei auch all seine Daten wieder mitzunehmen, ist gar nicht so einfach. Facebook bietet zunächst an, ein Profil zu "deaktivieren", um es bei nächster Gelegenheit wieder aufwachen zu lassen. Das Löschen eines Kontos ist erst der zweite Schritt. Datenschützer kritisieren zudem, dass Facebook auch dann nicht alle Daten von seinen Servern löscht.
Beziehungsstatus:
Er bringt Freud und Leid, wie in der Liebe: Wer den Beziehungsstatus bei Facebook ändert, informiert seine Freunde nicht nur darüber, dass er frisch verliebt, nun verlobt oder dann gar verheiratet ist – sondern bei weiteren Änderungen im Privatleben auch darüber, dass er wieder Single oder gar die Ehe dahin ist. Dafür erhalten die Freunde beim Wechsel des Status' eine Nachricht.
Datenschutz:
Obwohl der US-Konzern eine ganze Büroetage in Hamburg belegt, beharrt er darauf, dass seine juristische Vertretung in Europa in Dublin liegt. Deshalb gelte für Facebook das irische Datenschutzrecht. Das aber ist deutlich laxer. Der deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar pflegt trotzdem ein eigenes Profil bei Facebook. Er will so eigene Erfahrung sammeln.
Freunde:
Wer bei Facebook einen Kontakt hinzufügt, macht die Person, wenn sie denn zustimmt, automatisch zum Freund – ob er denjenigen gut kennt oder nicht. Der durchschnittliche Nutzer auf Facebook hat inzwischen 138 Freunde.
Gefällt mir!:
Klicks auf die Schaltfläche mit diesem Ausruf und dem nach oben zeigenden Daumen füttern das Gehirn von Facebook: Das Netzwerk weiß damit, welche Personen, Produkte oder Artikel seine Nutzer mögen. Das geht sogar außerhalb von facebook.com, wenn andere Internetseiten den "Gefällt mir" Knopf benutzen. Laut Facebook klicken Nutzer pro Tag zwei Milliarden Mal "Gefällt mir!".
Gesichtserkennung:
Facebook hat als erstes soziales Netzwerk eine Technologie eingeführt, die biometrische Daten seiner Nutzer gezielt auswertet – ausgelesen aus den Profilbildern. Lädt ein Nutzer ein Foto hoch, das Freunde zeigt, erkennt Facebook, wer darauf zu sehen ist und bietet an, das Foto mit dem jeweiligen Profil zu verknüpfen.
Harvard:
Mark Zuckerberg gründete Facebook 2004 in einem Studentenwohnheim der Bostoner Elite-Uni. Zunächst stand das Netzwerk nur Studenten an bestimmten Universitäten, dann nur Menschen mit einer Uni-E-Mail-Adresse offen.
Identität:
Facebook verlangt, dass sich Nutzer unter ihrem echten Namen anmelden. Falsche Profile können theoretisch gelöscht werden. Das passiert aber nur sehr selten, etwa wenn sie gemeldet werden. Erst einmal in den USA hat Facebook nun damit begonnen, Profile prominenter Nutzer eigenständig zu verifizieren. Dafür wollen die Macher des Netzwerks tatsächlich auch die Personalausweise sehen.
Konkurrenz:
Auf dem Markt der sozialen Netzwerke machen Facebook vor allem zwei Kontrahenten zu schaffen: Der 140-Zeichen-Dienst Twitter und der Internet-Gigant Google. Der hat im Herbst 2011 sein Google Plus freigeschaltet, das ähnlich wie Facebook funktioniert. Den deutschen Klon StudiVZ hat Facebook weitgehend abgehängt. Die VZ-Netzwerke planen nun für den Sommer eine Neuausrichtung.
Organspende:
Der Gründer von Facebook, Mark Zuckerberg, will sich mit seiner Plattform auch gesellschaftlich engagieren: Seit diesem Frühjahr finden Nutzer in ihren Profilen Felder vor, in denen sie sich für Organspenden aussprechen können. Diese Option wurde aber erst einmal nur in den USA und in Großbritannien eingeführt. Ob und wann Facebook auch in Deutschland Organspenden fördert, ist offen.
Partner:
Der Software-Gigant Microsoft ist nicht nur an Facebook beteiligt, sondern arbeitet mit ihm auch eng zusammen. So hat Facebook die Technologie Skype für Videokonferenzen übernommen, nachdem Microsoft den Dienst gekauft hat. Außerdem integriert Facebook zunehmend Microsofts Suchmaschine Bing in sein System.
Stars:
Prominente ziehen auch bei Facebook die Aufmerksamkeit auf sich. So verfolgen allein 55 Millionen Nutzer Nachrichten vom Popstar Rihanna, bei Lady Gaga sind es 50 Millionen. Mit dabei sind auch deutsche Promis wie der Fußballer Manuel Neuer. Er kommt auf fast 700.000 Fans bei Facebook, Bastian Schweinsteiger auf 730.000.
Tod:
Nutzer, die plötzlich aus dem Leben scheiden, hinterlassen ein intaktes Profil. Angehörige können das Profil sperren oder in einen "Trauermodus" überführen lassen. Wählen sie die zweite Möglichkeit, wandelt Facebook die Pinnwand des Verstorbenen in ein Kondolenzbuch.
Top-Themen:
Der Tod der britischen Soulsängerin Amy Winehouse war 2011 das meist diskutierte Thema deutscher Nutzer auf Facebook. Ebenfalls in den Top Ten: Der Ehec-Erreger, die Debatte um das PC-Spiel Modern Warfare und die Doktorarbeit des ehemaligen deutschen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg.
Urheberrecht:
Nur allzu oft zu sehen: Profilfotos, die bekanntere Menschen oder Figuren etwa aus Comics zeigen als die Nutzer, die sich mit den Abbildungen schmücken. Wer urheberrechtlich geschützte Bilder bei Facebook einstellt oder fremde Bilder als Profilfoto nutzt, der macht sich indes strafbar. Hier ist Vorsicht geboten!
Zuckerberg:
Der Gründer des sozialen Netzwerks ist selbst ein begeisterter Nutzer von Facebook. 13 Millionen Nutzer lassen sich von ihm auf dem Laufenden halten – und erfahren so, dass Mark Zuckerberg Hochchinesisch lernt und neulich Vegetarier wurde. Sogar Zuckerbergs Hund Beast hat eine Seite – und auf Facebook eine halbe Million Fans. (dapd)
dapd/dpa/ha
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