13.11.12Geschlossene Immobilienfonds
Warentest: Häufig eine zu riskante Anlageform
Tester haben 58 Fonds geprüft und 40 davon als viel zu riskant für Kleinanleger bewertet. Investitionsbedingungen oft nicht durchschaubar.
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Stiftung Warentest hat 58 geschlossene Immobilienfonds unter die Lupe genommen und 40 davon als hoch riskant eingestuft
Berlin. Geschlossene Immobilienfonds sind nach einer Qualitätsprüfung der Stiftung Warentest mit hohen Risiken für die Anleger verbunden.
In vielen Fällen sei nicht durchschaubar, unter welchen Bedingungen das Geld in eine Immobilie investiert werde, berichtete die Zeitschrift "Finanztest" am Dienstag.
Von 58 getesteten Fonds für Immobilienprojekte in Deutschland wurden 40 als viel zu riskant eingestuft. Lediglich acht Fonds erhielten das Qualitätsurteil "befriedigend", zehn andere die Note "ausreichend".
Kein Fonds schnitt mit "sehr gut" oder "gut" ab. Die Fonds sammeln Millionenbeträge für neue Büros, Einkaufszentren, Hotels und Heime.
Die Stiftung Warentest hat sechs Kriterien entwickelt, die vor einer Investition in geschlossene Immobilienfonds leicht überprüft werden können.
Potenzielle Anleger sollten sich diese entweder von den Fondsverkäufern bestätigen lassen oder die Informationen den Prospekten der Fonds entnehmen können:
1. Tipp: Mindestens 90 Prozent der Immobilieninvestition sollte vor Vertragsunterzeichnung schon bekannt sein.
2. Tipp: Fonds, die in Immobilien in Deutschland investieren, sollten keine Fremdwährungskredite aufnehmen.
3. Tipp: Einzahlungen sollten nicht in Raten erfolgen. Für Kleinanleger sind die Fonds völlig ungeeignet, weil immer das Risiko einer Pleite besteht.
Geht der Fonds pleite, müssen Ratensparer bis zur vereinbarten Gesamtsumme weiterzahlen.
4. Tipp: Anleger sollte darauf achten, dass die Prospektverantwortung niemals auf den Fonds selbst übertragen wird.
Ansonsten haftet der Fondsanleger mit seinem Fondsanteil selbst für Fehler und muss im Fall der Fälle quasi gegen sich selbst klagen.
5. Tipp: Einmalkosten zu Anfang dürfen höchsten 20 Prozent betragen. Da diese Kosten nicht mit Immobilien- oder Grundstückswerten hinterlegt sind, müssen diese durch Mieteinnahmen verdient werden. Je höher diese Kosten sind, desto riskanter ist die Investition.
6. Tipp: Höchstens 50 Prozent der Investition dürfen durch Kredite abgedeckt werden. (dapd)
dpa