13.11.12

Energiekonzern

Eon steigert Gewinn und Umsatz

Deutschlands größter Energiekonzern verdient 2012 wieder deutlich mehr. Für 2013 hat der Versorger seine Prognose allerdings einkassiert.

Foto: dapd
Johannes Teyssen
Eon-Chef Johannes Teyssen hat die Prognose für 2013 zurückgezogen. Grund seien die wirtschaftlichen Unsicherheiten und strukturellen Veränderungen im Energiesektor

Düsseldorf. Der Energieriese Eon hat in den ersten neun Monaten 2012 seinen Gewinn deutlich gesteigert. Der Konzernüberschuss legte auf 3,0 Milliarden Euro zu (2011: 1,1 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.

Der Umsatz stieg von Januar bis Ende September auf 93,6 Milliarden Euro (2011: 77,5). Seine Ziele für das Gesamtjahr hatte das Unternehmen am Montagabend bestätigt.

Die Prognose für 2013 wurde dagegen wegen der schwachen Konjunktur und der Branchenkrise kassiert. Auch die Aussichten für das Jahr 2015 stehen auf dem Prüfstand.

Für 2013 hatte der Energiekonzern bislang einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) zwischen 11,6 und 12,3 Milliarden Euro angepeilt. Beim bereinigten Überschuss war ein Wert zwischen 3,2 und 3,7 Milliarden Euro anvisiert worden. Zudem wollten die Düsseldorfer bislang für das Geschäftsjahr 2013 eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie zahlen. Für 2015 war Eon bisher von einem Ebita zwischen 12,5 und 13 Milliarden Euro ausgegangen.

Bei seinem massiven Sparprogramm sah sich Eon zuletzt auf dem richtigen Weg. "Wir liegen gut im Plan", hatte Personalvorstand Regine Stachelhaus jüngst dem "Handelsblatt" gesagt. Der erste Meilenstein sei ein Tarifvertrag gewesen, der Vorruhestandsregelungen, Abfindungen und die Gründung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft vorsieht.

Eon hatte vor dem Hintergrund des deutschen Atomausstiegs 2011 tiefe Einschnitte angekündigt. Weltweit fallen im Rahmen des Sparprogramms 11.000 der weltweit rund 80.000 Stellen weg, darunter 6000 in Deutschland. Schwerpunkt ist die Verwaltung. Wie viele Stellen bereits abgebaut sind, sagte Stachelhaus in dem Interview nicht.

Im vergangenen Jahr hatten die beschlossene Energiewende in Deutschland mit der sofortigen Stilllegung von zwei Eon-Atommeilern, der Brennelementesteuer und das schlechte Gasgeschäft die Jahresbilanz von Eon komplett verhagelt. Unter dem Strich verzeichnete der Versorger erstmals einen Verlust in der Firmengeschichte.

dpa/ha
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