13.11.12

Softwarekonzern

Windows-Chef Sinofsky verlässt Microsoft

Der Leiter der Windows-Sparte hat den Konzern überraschend verlassen. Es soll Probleme mit anderen Managern, auch Ballmer, gegeben haben.

Foto: REUTERS
Steven Sinofsky
Steven Sinofsky, Leiter der Windwows-Sparte, hat den Microsoft-Konzern überraschend verlassen

Redmond. Überraschender Wechsel in der Microsoft-Chefetage: Nur wenige Wochen nach dem Start des neuen Betriebssystems Windows 8 verlässt der zuständige Manager Steven Sinofsky den Software-Konzern.

Nachfolgerin an der Spitze des Windows-Bereichs wird Julie Larson-Green, wie Microsoft in der Nacht zum Dienstag mitteilte. Die Software-Entwicklerin war unter anderem für das neue Design des Windows-Betriebssystems mit den großen Kacheln auf der Oberfläche verantwortlich.

Sinofsky galt jedoch als Chefarchitekt der neuen Version von Microsofts wichtigstem Produkt. Einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge gab es allerdings Probleme in seinem Verhältnis zu anderen Managern, inklusive Konzernchef Steve Ballmer.

Der Microsoft-Chef wolle die nächste Version mit einem erneuerten Team angehen, hieß es. Zudem wird die Verantwortlichkeit aufgeteilt: Finanz- und Marketingchefin Tami Reller kümmert sich künftig auch um die geschäftliche Seite von Windows, während Larson-Green für Software und Hardware zuständig ist.

Windows 8 soll für Microsoft zu einem großen Neuanfang werden. Die Software läuft in ähnlicher Form auf klassischen PCs, Tablets und Smartphones. Damit will Microsoft gegen die Schwäche bei mobilen Geräten ankämpfen.

Microsoft und der Personal Computer
Microsoft und der Personal Computer
Die Microsoft-Gründer Bill Gates und Pau Allen erkannten bereits Mitte der 70er Jahre, dass Betriebssysteme und Programme für Computer einen ganz neuen Markt begründen können. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde Software stets in Verbindung mit der Hardware verkauft.
Microsoft entwickelte zunächst für den Hobbyisten-Computer Altair und die ersten Apple-Computer die Programmiersprache Basic. Den Durchbruch erreichte das junge Unternehmen 1980 durch einen Auftrag von IBM, für den ersten IBM-PC ein Betriebssystem (MS-DOS) zu liefern.
Gates hatte bei den Verhandlungen mit IBM hartnäckig darauf bestanden, die Software auch anderen Computer-Herstellern verkaufen zu können – und begründete damit die Software-Industrie. Parallel zu DOS und Basic entwickelte Microsoft Anwenderprogramme, die später beispielsweise im Büro-Pragrammpaket Office vermarktet wurden.
In den 80er Jahren entdeckte Gates die grafische Bedienungsoberfläche und ließ – sehr zum Ärger des damaligen Partners Apple – Windows programmieren. Apple hatte zu diesem Zeitpunkt mit Lisa und Macintosh bereits zwei Rechner auf dem Markt, die mit der Maus bedient wurden.
Windows 1.0 kam im November 1985 in die Läden. Es dauerte dann aber bis zur Version 3.1 (1992), bis Microsoft erste Klagen von Apple abgewehrt hatte und das System im Markt an Bedeutung gewann.
Den Durchbruch für das eigene Betriebssystem erzielten Gates und seine Mitstreiter dann 1995 mit Windows 95. Weitere Meilensteine in der Entwicklung sind Windows XP (2001) und Windows 7 (2009).
Im Gegensatz zu Wettbewerbern wie Apple hat Microsoft seine PC-Software stets an Hardware-Hersteller lizenziert und auf die Produktion eigener Personal Computer verzichtet.
Dies hat auch wesentlich zur rasanten Verbreitung von Windows beigetragen. Der Marktanteil des Microsoft-Systems liegt bei über 90 Prozent. Auch die ersten Schritte im Tablet-Markt unternahm Microsoft zusammen mit Hardware-Partnern
Eine Kombination von Hard- und Software hat Microsoft bislang in drei Fällen auf den Markt gebracht:
Im November 2001 trat der Konzern mit seiner Spielekonsole Xbox gegen Wettbewerber wie Sony, Nintendo und Sega an und führt mit dem Nachfolgemodell Xbox 360 inzwischen in diesem Segment.
Weniger Erfolg war dem Microsoft-Musikplayer Zune beschieden, der im November 2006 gegen den iPod von Apple positioniert wurde.
Im Oktober 2011 stellte Microsoft die Produktion des Zune ein.
Bereits nach 44 Tagen zog Microsoft im Sommer 2011 beim Smartphone Kin die Reißleine, weil sich das Projekt als kompletter Misserfolg erwies. (dpa)
Surface-Tablet von Microsoft hat Standfuß und Tastatur
Surface-Tablet von Microsoft hat Standfuß und Tastatur
Unter dem Namen Surface hat Microsoft zwei eigene Tablets mit dem kommenden Betriebssystem Windows 8 angekündigt. An der Rückseite der Geräte mit 10,6 Zoll großem HD-Display ist ein ausklappbarer Standfuß integriert.
Außerdem wird eine magnetisch schließender Schutzdeckel mitgeliefert, der gleichzeitig als Tastatur dient, so dass der Rechner immer auch als Laptop eingesetzt werden können.
Beim Schutzdeckel haben Kunden die Wahl zwischen einem drei Millimeter dünnen sogenannten Touch Cover mit Sensortasten und dem Type Cover mit klassischen Tasten, das zwei Millimeter dicker ist.
Die Surface-Tablets stecken in einem anthrazitfarbenem Gehäuse aus einer Magnesium-Legierung und sind mit Micro-SD-Karten-Slot, USB-Ports, n-WLAN sowie einer HD-Front-Kamera und einer rückwärtigen Kamera zum Beispiel für Videotelefonate ausgestattet.
Zuerst verfügbar sein soll eine 9,3 Millimeter dünne Surface-Version mit stromsparendem ARM-Prozessor und Windows RT – das ist die für mobile ARM-Chips optimierte Windows-8-Version.
Das Gewicht gibt der Hersteller mit 676 Gramm an. Der USB-Anschluss arbeitet nach dem 2.0-Standard, externe Displays lassen sich über einen Micro-HDMI-Port anschließen.
Der Speicher ist entweder 32 oder 64 Gigabyte (GB) groß.
Mit 13,5 Millimeter und 903 Gramm ist das ebenfalls angekündigte Surface-Tablet mit Windows 8 Pro deutlich dicker und schwerer.
Dafür arbeiten auch leistungsstarke Quad-Core-Prozessoren der dritten Intel-Core-Generation in dem Tablet, das zudem mit USB 3.0 und Mini-Display-Port ausgerüstet ist und auch Micro-SD-Speicherkarten nach der aktuellen SDXC-Spezifikation unterstützt.
Microsoft liefert beim großen Surface auch einen Eingabestift für den Touchscreen mit. Es sind zwei Konfigurationen mit 64 oder 128 GB Speicher angekündigt.
Das Surface mit Windows RT soll gemeinsam mit dem neuen Windows 8 auf den Markt kommen.
Drei Monate später soll das Tablet mit Windows 8 Pro folgen.
Preise nannte Microsoft noch nicht. (dpa)
dpa
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