30.10.12

Nordrhein-Westfalen

Opel sucht Perspektiven für Werk in Bochum

2016 läuft die Produktion des Familienvans Zafira im Bochumer Opel-Werk aus. Arbeitsgruppe soll klären, wie es mit dem Standort weiter geht.

Frankfurt. Der US-Autobauer General Motors will mit seiner kriselnden Tochter Opel und dem Land Nordrhein-Westfalen Perspektiven für die Region rund um das auf der Kippe stehende Opel-Werk in Bochum erarbeiten. Dafür werde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Unternehmens, der Arbeitnehmer, der Politik und weiteren Führungskräften aus der Region gegründet, teilte Opel am Dienstag mit. Diese solle die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Bochum und im Ruhrgebiet vorantreiben und sich über die künftige Nutzung des Bochumer Standorts Gedanken machen. "Man darf aber jetzt nicht fälschlicherweise daraus ableiten, dass irgendwelche Entscheidung zu Bochum pro oder kontra damit verbunden sind", sagte ein Opel-Sprecher.

Dem Werk in Bochum droht die Schließung, wenn dort Ende 2016 die Produktion des aktuellen Familienvans Zafira ausläuft. Die Überlebenschancen des Werkes über 2016 hinaus seien "fraglich", sagte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin. Um dem Standort des Autokonzerns und der Stadt Bochum Perspektiven zu eröffnen, sei die Gründung der Arbeitsgruppe beschlossen worden. Ziel sei es, Firmen in Bochum anzusiedeln, um Opel Chancen für eine Standortsicherung zu eröffnen. Dabei kämen Automobilzulieferer oder Unternehmen aus dem Bereich Elektromobilität infrage.

Der Arbeitsgruppe stünde ein mindestens siebenstelliges Budget zur Verfügung, sagte Duin weiter. Den Löwenanteil des Betrages werde Opel übernehmen. Die Arbeitsgruppe soll sich zusammensetzen aus Vertretern von Opel, Repräsentanten der Stadt und der Region sowie Arbeitnehmervertretern und Führungskräften aus Industrie, Hochschule und Finanzwirtschaft. "Der Arbeitskreis hat einen breiten Ansatz und bringt alle Interessengruppen an einen Tisch, die mitmachen wollen, um eine positive Perspektive für unsere Beschäftigten und für alle Bürger von Bochum und Nordrhein-Westfalen aufzuzeigen", erklärte GM-Manager und Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky.

Das Opel-Management führt derzeit Sanierungsgespräche mit dem Betriebsrat über die Zukunft des seit Jahren Verluste schreibenden Autobauers. Diese Verhandlungen liefen auch weiter und würden von der Arbeitsgruppe nicht berührt, sagte der Opel-Sprecher. "Das ist eine Initiative, die parallel und unabhängig von den derzeit laufenden Verhandlungen gestartet wird". GM steht unter Zugzwang, nachdem der Konkurrent Ford die Schließung von drei Werken in Belgien und Großbritannien mit 5700 Beschäftigten angekündigt hatte. Den Rüsselsheimern bricht wegen der Schuldenkrise in Europa der Absatz weg, die Werke haben kaum noch zu tun. Für mehr als 10.000 Beschäftigte wurde bereits Kurzarbeit angemeldet.

rtr
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