Kunst bleibt von höherer Steuer verschont

Hamburg. Überraschende Wende bei der Besteuerung von Gemälden, bestimmten Antiquitäten und Silbermünzen: Die Anhebung der Mehrwertsteuer von sieben auf 19 Prozent ist aufgeschoben. Auch im nächsten Jahr muss lediglich der Satz von sieben Prozent erhoben werden. Das geht aus einem Schreiben des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Kunsthändler an seine Mitglieder hervor, das dem Abendblatt vorliegt.

Die Galerien hatten mit Umsatzeinbußen gerechnet, wenn Kunst mit der vollen Mehrwertsteuer belegt wird. Ab 2014 unterliegen die Galerien dann einer Pauschalmargenbesteuerung, wie sie schon in Frankreich angewendet wird. Dabei werden nur 30 Prozent des Verkaufspreises mit 19 Prozent besteuert. Das ist sogar etwas günstiger als die jetzige Regelung. Allerdings können die Händler im Einkauf nicht mehr den Vorsteuerabzug anwenden, sodass es insgesamt zu einer geringen Mehrbelastung kommt. "Mit der jetzt gefundenen Lösung bin ich zufrieden, denn großer Schaden wurde von der Kunst abgewendet", sagt der Hamburger Kunsthändler Rainer Herold. Die neue Regelung ist im Jahressteuergesetz 2013 verankert, dem noch Bundestag und Bundesrat zustimmen müssen.