Gewerkschaft Ufo
Neue Schlichtung zwischen Lufthansa und Flugbegleitern
Der Gewerkschaftsführer hatte zuletzt noch mit einem Abbruch der Schlichtung gedroht, da die Airline künftig viele Flüge über Germanwings abwickeln will.
Frankfurt. Trotz des umstrittenen Ausbaus der Lufthansa -Billigtochter Germanwings setzt die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo die Schlichtung mit dem Dax-Konzern fort. In der jüngsten Verhandlungsrunde am Wochenende sei vereinbart worden, die Schlichtungsgespräche noch diesen Monat weiterzuführen, sagte Nicoley Baublies, Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, am Montag zu Reuters. Zum Inhalt der Gespräche könne er nichts sagen – darüber sei mit der Lufthansa Stillschweigen vereinbart worden.
Ende vergangener Woche hatte der Gewerkschaftsführer noch mit einem Abbruch der Schlichtung gedroht, da die Airline künftig viele ihrer Deutschland- und Europa-Flüge über die kostengünstigere Tochter Germanwings abwickeln will. Knackpunkt aus Sicht der Gewerkschaft ist, dass damit 800 Flugbegleiter bei der Lufthansa überflüssig werden und zu Germanwings wechseln sollen. Der Lufthansa zufolge werden diese Stewards und Stewardessen auch beim neuen Arbeitgeber nicht weniger verdienen, allerdings steigt das Gehalt nicht so schnell wie bei der Konzernmutter. Alternativ könnten die Flugbegleiter an die Lufthansa-Großflughäfen nach Frankfurt oder München wechseln oder gegen Zahlung einer Abfindung das Unternehmen verlassen. Ufo läuft gegen die Verlagerung Sturm und will für die betroffenen Kollegen eine Arbeitsplatzgarantie erreichen.
Die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für die 18.000 Flugbegleiter bei Deutschlands größter Fluggesellschaft waren auch schon vorher schwierig. Im Spätsommer eskalierte der Konflikt und die Flugbegleiter bestreikten die Lufthansa mehrfach – einen Tag lang sogar bundesweit. Mehr als 100.000 Passagiere saßen allein an diesem Streiktag fest. Anschließend einigten sich die Streitparteien auf eine Schlichtung unter Leitung des Ex-Wirtschaftsweisen Bert Rürup. Die Vermittlungsgespräche laufen seit Ende September.
Die Lufthansa hatte vorige Woche angekündigt, das Streckennetz von Germanwings auszuweiten, um Wettbewerbern wie Easyjet und Ryanair Paroli zu bieten. Mit einer Flotte von 90 Flugzeugen soll der vergrößerte Lufthansa-Ableger nächstes Jahr 18 Millionen Passagiere befördern und ab 2015 endlich schwarze Zahlen schreiben. Die Germanwings-Offensive ist
Grundpfeiler des Riesen-Sparplans, den sich der Konzern zu Jahresbeginn verordnete. Ziel ist, den operativen Gewinn bis 2014 um mindestens 1,5 Milliarden Euro zu steigern.

















