10.10.12

Reiseziele

Tourismus: Hamburg könnte bald Amsterdam abhängen

Hamburg zieht mit Elbe, Alster und Musical viele Gäste aus der Schweiz und Großbritannien an. Zunehmend kommen auch Spanier und Italiener.

Von Maren Martell
Foto: picture alliance
Sonnenuntergang an der Außenalster
Sonnenuntergang an der Außenalster. Hamburg bleibt bei Touristen ein beliebtes Ziel

Hamburg/Berlin. Deutschland ist als Reiseziel angesagt und steuert gerade auf den dritten Übernachtungsrekord in Folge zu. Touristen aus dem In- und Ausland schätzen die Regionen und Städte zwischen Ostsee und Alpen wie schon lange nicht. Bei den Deutschen rangiert das eigene Land schon lange an erster Stelle - weit vor Spanien, Italien oder der Türkei. Bei den Europäern soll es mittlerweile zweitbeliebteste Destination sein. Zunehmend gefragt sind Städtereisen.

Hamburg zieht mit Elbe, Alster und Musical besonders viele Gäste aus der Schweiz und Großbritannien an. Zunehmend kommen auch Spanier und Italiener. Mit insgesamt fast 10 Millionen Übernachtungen könnte die Hansestadt es bald schaffen, Amsterdam abzuhängen, betonte Tourismuschef Dietrich von Albedyll. Jeder fünfte Gast komme aus dem Ausland. Die Hafenstadt profitiere wie der Norden Deutschlands insgesamt vom boomenden Kreuzfahrttourismus. Auch Kiel und Rostock rechnen für dieses Jahr mit Rekordzahlen.

Mit rund 400 Millionen Übernachtungen rechnet das Gastgewerbe in diesem Jahr, 2011 waren es noch 394 Millionen. Schon seit Jahren führen gut ein Drittel der Urlaubsreisen der Deutschen ins Heimatland - nach Angaben des Tourismusverbandes hat Deutschland damit europaweit den stärksten Binnentourismus. Doch es kommen auch immer mehr Besucher aus dem Ausland, vor allem aus den Niederlanden, der Schweiz oder den USA. Nach Einschätzung von Tourismusexperten ist der Boom auch auf die internationale Finanzkrise zurückzuführen. Im Vergleich etwa zu New York oder London sei Deutschland "unschlagbar günstig".

"Wir sind Profiteure der Krise", freut sich die Chefin der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), Petra Hedorfer. Dabei zeichne sich ein Trend weg von einem großen Urlaub hin zu mehreren kürzeren Reisen. Deutschland punkte da mit seinem Angebot an Kultur- und Eventreisen und seiner zentralen Lage.

Etwa 280 Milliarden Euro Umsatz erzielt die deutsche Tourismuswirtschaft jedes Jahr mit ihren insgesamt 2,9 Millionen Beschäftigten. Dabei geben allein die inländischen Touristen gut 221 Milliarden Euro aus – durchschnittlich lassen sie sich einen Heimaturlaub 526 Euro pro Person kosten. Beliebtestes Reiseziel der Deutschen ist zwar nach wie vor Bayern, gefolgt von den Küstenländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, betont Reinhard Meyer, Präsident des Tourismusverbandes(DTV). Die höchsten Zuwächse verzeichnen jedoch Ost- und Nordsee sowie die Seenregionen.

Herausragender Touristenmagnet ist Berlin. Die deutsche Hauptstadt wird vor allem bei jungen Menschen wegen der bunten Club- und Partyszene geschätzt. In den Sommermonaten ist sie auch bei Italienern und Spaniern sehr beliebtes Städtereiseziel, wenn es in Rom oder Madrid brütend heiß ist. Die Tourismuswerber erwarten, dass in diesem Jahr bei den Übernachtungen die 24-Millionen-Marke geknackt wird. Inzwischen machen die ausländischen Touristen fast die Hälfte der Besucher aus. Vor allem Asiaten und Touristen aus den arabischen Golfstaaten buchen immer mehr Berlin. Geschätzt wird die Stadt auch wegen der günstigen Hotel- und Pensionspreise, die teils weit unter denen in anderen Metropolen liegen. In Berlin kostet ein Hotelzimmer im Schnitt unter 80 Euro.

München ist bei Gesundheitstouristen aus den arabischen Ländern angesagt. Außerdem kommen jedes Jahr zum Oktoberfest Gäste aus aller Welt. Allein 2011 gaben diese für Übernachtungen gut 403 Millionen Euro aus. Im Süden Bayerns lockt allein Schloss Neuschwanstein als eine der größten deutschen Touristenattraktionen jährlich etwa 1,4 Millionen Besucher an.

Den Südwesten der Republik haben die Schweizer für sich neu entdeckt – nicht zuletzt wegen des starken Franken im Verhältnis zum schwachen Euro. Machten Schweizer Touristen in den vergangenen Jahren gerne am Hoch- und Oberrhein oder im Schwarzwald und am Bodensee Urlaub, werden jetzt in ganz Baden-Württemberg Zuwächse gemeldet. In die Sachsenmetropolen Dresden und Leipzig reisen immer mehr Menschen aus China. Doch auch das übrige Land mit Sächsischer Schweiz und Elbsandsteingebirge ist gefragt. Schon jeder zehnte Sachsenbesucher kommt aus dem Ausland.

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