Hauptversammlung

Gentechnik-Gegner kippen BASF Kartoffeln vor die Tür

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Öko-Aktivisten demonstrieren gegen die Genkartoffel Amflora. Chemiekonzern wächst kräftig in Asien und Amerika.

Ludwigshafen. Mit einem Kartoffelberg haben Gentechnikgegner vor der Hauptversammlung des Chemiekonzerns BASF gegen die Genkartoffel Amflora protestiert. Von einem Traktoranhänger schütteten die Öko-Aktivisten am Donnerstag nach eigenen Angaben fünf bis sechs Tonnen Kartoffeln vor das Veranstaltungsgebäude in Mannheim. Die Aktion stand unter dem Motto "Der dickste Konzern hat die dümmste Kartoffel". Jürgen Binder vom Verein "Gentechnikfreies Europa" zeigte sich zufrieden. "Die Menschen waren interessiert und haben angefangen zu diskutieren – das war unser Ziel". An der Protestaktion waren auch andere Anti-Gentechnik-Initiativen beteiligt.

Die BASF-Kartoffel Amflora war Anfang März nach einer mehrjährigen Hängepartie von der EU-Kommission zum kommerziellen Anbau zugelassen worden. Sie wird derzeit in Deutschland nur im Müritzkreis unter besonderen Schutzmaßnahmen angebaut. Amflora ist nicht für den Verzehr bestimmt, sie soll in der Stärkeverarbeitung eingesetzt werden, weil sie nach BASF-Angaben höherwertige Stärke liefert.

Wirtschaftlich startete der weltgrößte Chemiekonzern mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisplus ins Jahr 2010. Der Umsatz kletterte in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Viertel auf knapp 15,5 Milliarden Euro, das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen verdoppelte sich auf fast zwei Milliarden Euro. "Damit konnten wir fast wieder an die sehr guten Quartale vor der Krise anschließen", erklärte Unternehmenschef Jürgen Hambrecht am Donnerstag im Vorfeld der Hauptversammlung in Mannheim.

BASF habe vor allem von einer guten Nachfrage aus der Automobil-, Elektro- und Elektronikindustrie profitiert. Noch vor einem Jahr waren diese Industrien von der weltweiten Wirtschaftskrise mit am stärksten betroffen.

Regional sieht Hambrecht ein starkes Wachstum in Asien und Südamerika. Auch Amerika erhole sich langsam. "Das Schlusslicht bildet Europa", fügte der BASF-Chef hinzu. Für das laufende Jahr peilt BASF weiterhin einen deutlichen Zuwachs beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen und ein Plus beim Umsatz an. Trotz einer Nachfragebelebung im ersten Jahresviertel warnte Hambrecht vor zu großer Euphorie: "Die Erholung steht weiterhin auf wackeligen Füßen." Risiken blieben bestehen. Dabei verwies er unter anderem auf die auslaufenden staatlichen Konjunkturprogramme, Überkapazitäten sowie schwankende Rohstoffpreise.

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