Sindelfingen Einst reichste Stadt Deutschlands in Schuldenfalle

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Nach massiven Einbrüchen bei der Gewerbe- und Einkommensteuer sitzt Sindelfingen in der Schuldenfalle.

Sindelfingen. Einst war sie die reichste Stadt Deutschlands – jetzt sitzt das schwäbische Sindelfingen in der Schuldenfalle. Nach massiven Einbrüchen bei der Gewerbe- und Einkommensteuer muss die 60000-Einwohner-Stadt den Gürtel drastisch enger schnallen. Nach eigenen Angaben vom Donnerstag diskutierten Gemeinderat und Stadtverwaltung jetzt in einer gemeinsamen Klausurtagung ein umfangreiches Sparpaket. Dieses sieht unter anderem vor, freiwerdende Stellen in städtischen Einrichtungen möglichst nicht mehr zu besetzen, den Abenteuerspielplatz zu schließen und auch bei Kindertagesstätten Geld einzusparen. Laut SWR soll auch eine Hauptschule geschlossen werden.

Grundlage ist nach Angaben der Stadt ein Maßnahmenkatalog, den Unternehmensberater erarbeitet haben. Das Einsparvolumen aus diesen Vorschlägen betrage insgesamt rund 6,1 Millionen Euro. Bindende Sparbeschlüsse soll der Gemeinderat am 8. Dezember fassen. "Dies ist für uns der erste Schritt aus der Krise", sagte Oberbürgermeister Bernd Vöhringer (CDU).

Sindelfingen befindet sich seit dem Einbruch der Gewerbesteuer Anfang des Jahres in einer äußerst schwierigen Haushaltslage. Der Ansatz für die Gewerbesteuer im Haushaltsplan 2009 lag bei minus 14 Millionen Euro. Im Laufe des Jahres hatte sich diese Zahl auf minus 6,5 Millionen Euro halbiert. Die Stadt muss auch hohe Gewerbesteuerrückzahlungen unter anderem an den Autobauer Daimler leisten. "Die Haushaltslage der Stadt Sindelfingen ist in diesem Jahr so dramatisch wie nie zuvor", sagte Vöhringer. Hintergrund ist die Absatzkrise bei Daimler.