München/Hamburg. Die wichtigste ICE-Strecke aus Hamburg in den Süden wird zwei Wochen stillgelegt. Internes Papier: Deutsche Bahn baut kurzfristig um.

Bahnreisende müssen sich einem Bericht zufolge bald auf erhebliche Behinderungen auf der wichtigen ICE-Strecke zwischen Hannover und Kassel einstellen. Das ist ein Streckenabschnitt für alle, die aus Hamburg nach Frankfurt, Würzburg oder weiter Richtung Stuttgart und München fahren. Die Deutsche Bahn will die Strecke wegen Bauarbeiten vom 23. April bis zum 8. Mai komplett sperren, wie die „Süddeutsche Zeitung“ auf ihrer Internetseite berichtete. Eine Bahn-Sprecherin in Berlin wollte sich dazu am Abend nicht äußern. Die Trasse zwischen Hannover und Kassel gehört zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen des Landes.

Die Bahn müsse den Streckenabschnitt „kurzfristig“ sperren, schreibt die Zeitung unter Berufung auf ein internes Papier der Bahnsparte DB Fernverkehr. Reisenden drohen damit Umleitungen und verlängerte Fahrzeiten im großen Stil. Die Bahn arbeite derzeit an Lösungen für den Fahrplan. Bei den Bauarbeiten soll es dem Bericht zufolge um den sogenannten Schotteroberbau gehen, auf dem Schwellen und Gleise liegen.

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Wer zwischen München und Hamburg oder Frankfurt und Berlin unterwegs ist, nutzt oftmals die Verbindung zwischen Hannover und Kassel. Betroffen von der Sperrung sind auch Gäste der Industrieschau Hannover Messe (25. bis 29. April), die von Richtung Süden her mit dem Zug nach Hannover anreisen wollen.

ICE Hamburg-Hannover-Göttingen umgeleitet

Die Bahn hatte erst Anfang Februar angekündigt, die Zahl ihrer Bauprojekte in diesem Jahr deutlich zu erhöhen. Geplant sind nach Angaben des Unternehmens rund 850 Vorhaben, im vergangenen Jahr waren es 500.

Anfang Februar hieß es, auf der ICE-Strecke Hamburg-Hannover-Göttingen würden von Anfang Mai bis September in zwei Stufen Weichen und Gleise erneuert. Ab Mitte Juli sollen dabei täglich etwa 100 Fernzüge umgeleitet werden, was zu einer 40 Minuten längeren Fahrzeit führe. Dabei war von der neuen Baumaßnahme, von der die „Süddeutsche Zeitung“ nun berichtet, noch nicht die Rede.

Ein Schienennetz-Sanierungsprogramm des bundeseigenen Konzerns umfasst früheren Angaben zufolge 28 Milliarden Euro für die Jahre 2015 bis 2019. Ein solides Schienennetz gilt als Grundlage für einen zuverlässigen und pünktlichen Zugverkehr. 2015 allerdings erreichte jeder vierte Fernzug sein Ziel verspätet.