15.01.13

Verhandlung über Bunga-Bunga-Party

Berlusconi-Prozess: Jetzt sollen Clooney und Ronaldo helfen

Das Gericht lehnt ab, den "Ruby"-Prozess wegen des Wahlkampfs zu verschieben. Nun sollen laut Verteidigung Promis Berlusconi entlasten.

Foto: dapd
Italy Berlusconi
Karima el-Mahroug alias "Ruby" erstmals im Gericht bei dem Prozess um Berlusconis und seine Bunga-Bungs-Partys

Mailand. Die als "Ruby" bekannte Karima el-Mahroug erschien erstmals vor Gericht in dem Prozess um Berlusconi: Der Politiker soll die damals 17 Jahre alte "Ruby" für Sex bezahlt haben. Ausgesagt hat die Marokkanerin jedoch nicht. Gleichzeitig musste Berlusconi eine herbe Niederlage einstecken: Er wollte den Prozess bis nach der Wahl verschieben lassen, um sich auf den Wahlkampf konzentrieren zu können. Das lehnten die Richter am Montag jedoch ab. Das Gericht befand nach vierstündigen Beratungen, der Wahlkampf sei Berlusconis Privatsache und nicht vergleichbar mit parlamentarischen Verpflichtungen, die eine Unterbrechung rechtfertigen würden. Damit könnte noch vor der Parlamentswahl am 24. /25. Februar ein rufschädigendes Urteil gegen ihn fallen.

Nun scheint Berlusconis Verteidigung auf eine andere Strategie setzen zu wollen: Er wolle nun auf die Hilfe eines Fußballidols – und eines Hollywood-Stars hoffen. Die Verteidigung möchte noch insgesamt sechs Zeugen auftreten lassen, die bislang nicht auf ihrer Liste stehen. Darunter sollen eben auch der portugiesischen Starfußballer Cristiano Ronaldo und US-Schauspieler George Clooney sein. Auch el-Mahrougs Mutter soll Berlusconi helfen, seine Unschuld zu beweisen.

Cristiano Ronaldo ist damit gar nicht glücklich. "Ich weiß nicht, wer diese Frau ist", sagte der Promi-Kicker über seine angebliche Anwesenheit am besagten Abend. "Am 29. Dezember 2009 war ich in Madrid und habe mit der Mannschaft trainiert." Auch Clooney will Berlusconis Villa nur einmal besucht haben, um Spendengelder für die Krisenregion Darfur einzuwerben, aber keineswegs zu einer von Berlusconi berüchtigten "Bunga-Bunga"-Partys geblieben sein.

Der 76-jährige Ex-Regierungschef wiederum bezeichnete das Verfahren gegen ihn im Interview mit dem Sender Sky TG24 als "eine Komödie, eine Farce, ein diffamierender Schwindel". Das Verfahren kommt ihm ebenso ungelegen wie zwei andere in Mailand laufende Prozesse, in denen er sich unter anderem wegen Steuerbetrugs verantworten muss. Denn im Februar stehen in Italien Parlamentswahlen an, und in den Umfragen liegt Berlusconis Mitte-Rechts-Koalition ohnehin schon hinter den führenden Sozialdemokraten.

(dapd)
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