14.11.12

TÜV

Defektes Licht, Rostschäden - Viele Busse fallen durch

Wer in einen betagten Bus einsteigt, sollte laut einer aktuellen TÜV-Statistik besondere Vorsicht walten lassen. Erhebliche Mängel gefunden.

Foto: dpa
Mehr Busse fallen beim TÜV im ersten Anlauf durch
Wegen gravierender Technikprobleme sind mehr Busse bei der TÜV-Untersuchung in Deutschland im ersten Anlauf durchgefallen

Berlin. Wegen gravierender Technikprobleme fallen mehr Busse bei der TÜV-Untersuchung in Deutschland im ersten Anlauf durch. Der Anteil der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln stieg im Vergleich zum Vorjahr von 13,8 auf 15,2 Prozent, wie der Verband der Technischen Überwachungsvereine (VdTÜV) am Mittwoch mitteilte. Besonders häufig wurden Mängel an der Beleuchtung festgestellt, die jeder fünfte Bus hatte. Auffällig waren auch Motormängel, Rostschäden und Probleme an Achsen. Mit zunehmendem Alter haben mehr Busse erhebliche Mängel und mussten in die Werkstatt, ehe sie eine Plakette bekamen. Ausgewertet wurden Hauptuntersuchungen von rund 50.000 Linien- und Reisebussen.

Mängelfrei waren nun 54,6 Prozent der Busse, geringe Mängel hatten 30,1 Prozent, wie die TÜV-Statistik ergab. Verkehrsunsicher – also sofort stillzulegen – waren demnach 0,2 Prozent. Die Quote der Busse mit erheblichen Mängeln steigt laut TÜV bereits seit einigen Jahren. In der Auswertung 2010 hatte sie bei 12,4 Prozent gelegen.

Mit höherem Alter der Fahrzeuge zeigen sich zudem mehr gravierende Mängel. Nach einem Jahr wurden solche bei 4,7 Prozent festgestellt. Nach zehn Jahren war schon jeder sechste Bus (16,8 Prozent) betroffen, nach 20 Jahren jeder vierte (26,3 Prozent).

Fahrzeuge zur Personenbeförderung ab acht Sitzplätzen müssen jährlich zur Hauptuntersuchung. Zu Jahresbeginn waren in Deutschland laut Kraftfahrtbundesamt rund 76.000 Kraftomnibusse zugelassen.

Dennoch warnte Klaus Brüggemann, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV, vor Panikmache: "Rein statistisch" sei der Bus "eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt", betonte Brüggemann unter Verweis auf den "erfreulich" hohen Anteil von 54,6 Prozent an mängelfreien Bussen. Die schweren Busunglücke der vergangenen Jahre hätten aber gezeigt, dass Unfälle dramatische Folgen haben können. "Durch die Liberalisierung des Fernverkehrs wird die Bedeutung der Reisebusse noch zunehmen", prognostizierte Brüggemann. "Dabei muss die Sicherheit für die Fahrgäste immer an erster Stelle stehen", forderte er.

dpa / dapd
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