08.11.12

Erdbeben in Guatemala

Rettungskräfte suchen nach weiteren Erdbebenopfern

Häuser stürzten ein, Fernstraßen wurden durch Erdrutsche blockiert. Besonders stark betroffen war die Stadt San Marcos in den Bergen.

Von Romina Ruiz-Goiriena und Sonia Perez-Diaz
Foto: dapd
Kinderdienst: Starkes Erdbeben erschuettert Guatemala
Guatemalas Präsident Otto Perez Molina (li) flog sofort in das betroffene Gebiet

San Marcos. In einem Wettlauf gegen die Zeit haben Rettungskräfte nach einem schweren Erdbeben in Guatemala am Donnerstag nach Verschütteten gesucht. Mindestens 48 Menschen kamen ums Leben, rund 150 wurden verletzt und etwa 100 zunächst noch vermisst. Aus Furcht vor Nachbeben verbrachten viele die Nacht im Freien.

Das Beben war das stärkste in Guatemala seit 1976, als 23.000 Menschen umkamen. Der Erdstoß der Stärke 7,4 am Mittwoch um 12.35 Uhr (Ortszeit) erschütterte beinahe das ganze Land und löste vielerorts Panik aus. Häuser stürzten ein, Fernstraßen wurden durch Erdrutsche blockiert. Selbst im fast 1.000 Kilometer nordöstlich gelegenen Mexiko-Stadt und in El Salvador war das Beben zu spüren.

Der guatemaltekische Präsident Otto Pérez Molina teilte mit, 40 Menschen seien im Staat San Marcos und acht in der Nachbarprovinz Quetzaltenango ums Leben gekommen. Pérez flog nach San Marcos, um sich ein Bild von der Lage zu machen. "Es ist eine Sache davon zu hören und eine ganz andere Sache es selbst zu sehen", sagte er. "Als Guatemalteke macht es mich traurig Mütter zu sehen, die um ihre Kinder weinen."

Besonders stark betroffen war die Stadt San Marcos in den Bergen, rund 130 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt. Die ländliche Region wird hauptsächlich von Indios bewohnt und ist relativ arm. Mehr als 30 Wohnhäuser stürzten ein, auch viele der bunt gestrichenen Lehmbauten in der Innenstadt wie das Polizeirevier und das Gerichtsgebäude wurden beschädigt oder stürzten in sich zusammen. In der Ortschaft San Cristobal Cochu räumten Feuerwehrleute auf der Suche nach einer zehnköpfigen Familie die Trümmer eines eingestürzten Hauses weg.

In einer Kiesgrube wühlten mehr als 300 Feuerwehrleute, Polizisten und Helfer verzweifelt in einem Sandhaufen nach sieben Verschütteten. Darunter war auch ein sechsjähriger Junge, der seinen Großvater zur Arbeit begleitet hatte. "Ich will Giovanni sehen!", schrie seine Mutter völlig außer sich. "Er ist nicht tot! Holt ihn da raus!" Doch Giovanni konnte nur noch tot geborgen werden. Keine Rettung gab es auch für die gleichaltrige Rosa: Die Kleine hatte in ihrem Kinderzimmer gespielt und wurde von der einstürzenden Wand erschlagen, wie ihr Onkel Efrain Ramos berichtete.

Während Rettungsmannschaften die Nacht hindurch im Schutt gruben, verängstigten fünf starke Nachbeben viele Einwohner so sehr, dass sie die Nacht unter freiem Himmel verbrachten. In Dunkelheit und Kälte kauerten sie sich, in Decken gehüllt, auf der Straße zusammen.

Freiwillige lieferten Medikamente und Verbandszeug im einzigen Krankenhaus von San Marcos ab. Der Jurastudent Eblin Cifuentes und Kommilitonen hatten sowieso Hilfsmaterial für die Klinik gesammelt. Als sie von dem Beben erfuhren, brachten sie sofort alles hin, was sie schon vorrätig hatten. "Zum Glück ist uns nichts passiert, aber gerade deshalb haben wir die Pflicht zu helfen", sagte der 26-Jährige.

In dem kleinen Krankenhaus drängten sich Hunderte Menschen, die Hilfe für verletzte Angehörige suchten. Viele beschwerten sich , dass sie zu lange warten müssten. Dazu gehörte auch Ingrid Lopez, die ihre 72 Jahre alte Tante mit zerschmetterten Beinen in die Klinik gebracht hatte. Stundenlang hätten sie auf das Röntgen warten müssen, klagte sie. "Wir bitten den Präsidenten, die Zustände in dem Krankenhaus zu verbessern", sagte sie. "Die haben nicht genug Personal."

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