Die meiste Zeit will Beckham im Camp Bastion verbringen. Außerdem ist ein Ausflug in die Provinzhauptstadt Lashkar Gah geplant.

Kabul. Mehrere Minister der neuen britischen Regierung sind zusammen mit Fußballstar David Beckham zu einem Besuch in Afghanistan eingetroffen. Außenminister William Hague, Verteidigungsminister Liam Fox und Entwicklungshilfeminister Andrew Mitchell wollten sich noch am Sonnabend zu Gesprächen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai und weiteren Regierungsvertretern treffen. Zudem steht ein Besuch der Minister bei den englischen Truppen an, an dem auch Beckham teilnehmen wird.

In Großbritannien ist seit der Wahl Anfang Mai eine konservativ-liberale Regierung an der Macht. Sie hat der künftigen Strategie in Afghanistan in der Außenpolitik höchste Priorität eingeräumt. Dort kämpfen 9500 britische Soldaten gegen Aufständische der Taliban. In den nächsten Wochen wird die Zahl der internationalen Truppen auf ein Maximum von 140.000 Menschen steigen. Erst am Freitag war bekanntgegeben worden, dass fast alle britischen Truppen einem US-Kommandeur unterstellt werden.

Regierungschef David Cameron hat während des Wahlkampfes erklärt, der Truppenabzug werde innerhalb der kommenden fünf Jahre beginnen. In einem Interview mit der „Times“ hatte Fox gesagt, er hoffe, den Prozess beschleunigen zu können. Zugleich verteidigte der Minister den Einsatz: „Wir sind dort, damit die Menschen Großbritanniens und unsere globalen Interessen nicht bedroht werden.“ Seit Beginn des Einsatzes 2001 sind 285 britische Soldaten am Hindukusch ums Leben gekommen.

Am Freitag hatte Bundespräsident Horst Köhler den Soldaten in Afghanistan einen Blitzbesuch abgestattet und den Truppen den Rücken gestärkt. Er schloss sich dabei auch der herrschenden Meinung an, dass es sich bei dem Einsatz um einen Krieg handle.