München gegen Bremen

Robben bestätigt Eichins "Bestien-These"

Kündigt "Vollgas" gegen Werder Bremen an: Bayern Münchens Superstar Arjen Robben (r., mit Kapitän Philipp Lahm)

Foto: Imago/Jan Hübner

Kündigt "Vollgas" gegen Werder Bremen an: Bayern Münchens Superstar Arjen Robben (r., mit Kapitän Philipp Lahm)

Vor dem Spiel bei Bayern München steht für Werder noch ein wichtiger Termin beim DFB-Sportgericht an. Skripnik schöpft neuen Mut.

Bremen. Werder Bremen hat sich einen Tag vor der Verhandlung des DFB-Sportgerichts gegen Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz zu dem Fall in Schweigen gehüllt. Die beiden Profis sollen am Freitag in einer mündlichen Verhandlung in Frankfurt Stellung zu ihren Gelben Karten aus dem Spiel gegen Hannover 96 (4:1) nehmen. "Wir werden uns nicht äußern und keine unnötigen Statements abgeben", erklärte Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin am Donnerstag.

Den Bremer Spielern wird unsportliches Verhalten vorgeworfen. Sie sollen sich ihre Gelben Karten von Schiedsrichter Dr. Felix Zwayer absichtlich eingehandelt haben, um die fälligen Sperren am Sonnabend im vermeintlich aussichtslosen Bundesligamatch beim FC Bayern München (18.30 Uhr) absitzen zu können.

Der Österreicher Junuzovic hatte die Absicht unmittelbar nach der Hannover-Partie am vorigen Sonnabend im Fernsehen öffentlich zugegeben, war danach aber zurückgerudert. Werder-Kapitän Fritz verneinte ein vorsätzliches Foulspiel.

Kommentar: Bestrafung für Junuzovic wäre grotesk

Das DFB-Sportgericht hatte "wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles" eine mündliche Verhandlung angesetzt. Eine Bestrafung der Profis wäre ein Novum für die Bundesliga. In vergleichbaren Fällen - zuletzt hatten fünf Darmstädter Spieler gegen Rekordmeister FC Bayern ihre Gelb-Sperren abgesessen - war von den DFB-Gremien nicht ermittelt worden.

Eichin: "Bayern München ist eine Bestie"

Unterdessen will Werder in München auch ohne Fritz und Junuzovic etwas holen. "Der Sieg von Mainz in München hat Mut für andere Vereine gemacht", erklärte Werder-Trainer Viktor Skripnik am Donnerstag. Eichin ergänzte: "Wir können mutig nach München fahren. Mit einer guten Taktik und einer Aggressivität können wir dort was ausrichten."

Doch ein Blick auf die letzten Ergebnisse des Tabellen-13. im München geben nicht viel Anlass zur Hoffnung. 0:6, 2:5, 1:6 und 1:4 hieß es nach 90 Minuten in den vergangenen vier Aufeinandertreffen an der Isar. "Bayern München ist eine Bestie", urteilte Geschäftsführer Eichin. "Wenn sie ihr Potenzial abrufen, wird es schwierig sein, dort zu bestehen. Haben sie nicht ihren besten Tage, müssen wir da sein."

Robben macht Werder wenig Hoffnung

Arjen Robben macht den Bremern allerdings wenig Hoffnung, dass es dazu kommen wird. Der Niederländer kündigte trotz des entscheidenden Champions-League-Spiels gegen Juventus Turin in der kommende Woche für das Duell mit Werder Vollgas an. "Wir sind in der Rückrunde und jetzt kommen die wichtigen Spiele. Ich finde das schön, dafür lebst du, dafür machst du alles", sagte Robben am Donnerstag.

Für die Münchner, die nur noch fünf Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund haben, stünden jetzt nur noch Endspiele an. "Da kann man nicht sagen, jetzt geht es gegen Juventus, Bremen das nehmen wir so zwischendurch, nein. Da muss man Vollgas geben, da muss man alles reinlegen, um das Spiel zu gewinnen. Dann kommt erst Juventus", betonte der 32 Jahre alte Flügelspieler.

Mögliche Vertragsgespräche mit dem FCB sieht Robben gelassen. "Von beiden Seiten ist da viel Wertschätzung. Ich weiß, was ich am Verein habe und andersrum ist es genauso", sagte er. "Ich bin damit überhaupt nicht beschäftigt. Ich bin nur damit beschäftigt, immer wieder gut zu spielen und mit der Mannschaft Titel zu holen." Robben spielt seit Sommer 2009 in München, sein Vertrag läuft 2017 aus.

Werder möchte mit Bartels verlängern

Werder Coach Skripnik muss sein Team nach zwei Siegen in Serie durch die Sperren von Junuzovic und Fritz verändern. Immerhin soll aber Fin Bartels nach seiner Erkältung am Freitag wieder ins Training einsteigen. Auch Sambou Yatabaré (Trauerfall in der Familie) ist wieder einsatzbereit.

Derweil möchte Werder mit Bartels gerne vorzeitig verlängern. "Er passt top zu unserem Verein und ist ein absoluter Leistungsträger. Wir wollen ihn gerne über 2017 hinaus halten", erklärte Eichin am Donnerstag.

Offensivspieler Bartels wechselte im Sommer 2014 vom Zweitligisten FC St. Pauli ablösefrei an die Weser und absolvierte bislang 59 Pflichtspiele (elf Tore) für Werder. Zuletzt traf der 29-Jährige bei den Siegen gegen Hannover und in Leverkusen (4:1) jeweils zur 1:0-Führung.