21.01.13

Formel 1

Toto Wolff - Benzin im Blut, ein Näschen für gute Geschäfte

Ein Österreicher tritt das Erbe von Norbert Haug bei Mercedes an. Eine 22-jährige Ära endet. Hamilton wurde indes vorgestellt.

Von Patrick Storzer
Foto: dpa
Norbert Haug und Toto Wolff
Der eine kommt, der andere geht: Toto Wolff (r.) mit seinem Vorgänger Norbert Haug

Stuttgart. Benzin im Blut und ein Näschen für gute Geschäfte: Torger Christian, genannt Toto, Wolff tritt das Erbe von Norbert Haug an und wird der neue starke Mann bei Mercedes. Der Österreicher feierte am 12. Januar seinen 41. Geburtstag und machte sich mit dem Engagement bei den Silberpfeilen selbst das schönste Geschenk. "Mercedes ist eine der wichtigsten Größen im Motorsport weltweit. Ich bin nicht nur großer Fan sondern auch langjähriger Freund und Begleiter der Marke", sagte Wolff, nachdem sein Engagement bekannt geworden war.

Zuvor hatte Mercedes gemauert, wollte die "Spekulationen" nicht kommentieren. Auch Niki Lauda, der neue Boss des Formel-1-Aufsichtsrats, antwortete nur kurz und knapp auf die SID-Anfrage: "Ich gebe keine Informationen. Danke schön." Es war eben noch einiges zu klären. Der Unternehmer Wolff, der sein Vermögen mit Beteiligungen an Internet- und Technologieunternehmen machte, besitzt 15 Prozent der Anteile am Williams-Rennstall. Nun wird er zudem Anteilseigner bei Mercedes.

Wolff wird sich mit einem wesentlichen Minderheitsanteil an der Daimler Tochtergesellschaft Mercedes-Benz Grand Prix Ltd. (MGP) beteiligen und diese auch operativ als Executive Director leiten, heißt es in einem Mercedes-Statement. Damit bildet der Ex-Rennfahrer zusammen mit seinem Landsmann Niki Lauda, der ebenfalls MGP-Gesellschafter wird, und Teamchef Ross Brawn das Führungstrio. Wie sein Vorgänger Norbert Haug wird er zudem die Koordination aller Mercedes-Benz-Motorsportaktivitäten übernehmen, die sich außerdem auf die DTM und die Formel 3 erstrecken.

Gemeinsam mit den Fahrern Lewis Hamilton und Nico Rosberg soll er in der Formel 1 den Erfolg nach Stuttgart bringen, der dem Stern in den drei Jahren mit Rekordweltmeister Michael Schumacher verwehrt geblieben war. "Ich kenne Toto nicht, habe aber viele gute Dinge über ihn gehört. Er ist wie ich sehr hungrig auf Erfolg", sagte Hamilton. Lob in höchsten Tönen gab es vorab auch von Dieter Zetsche, Leiter Mercedes-Benz Cars und Vorstandsvorsitzender der Daimler AG: "Toto Wolff hat als Unternehmer, Investor und Motorsport-Manager bewiesen, dass er diesen Sport im Blut hat und gleichzeitig die wirtschaftlichen Notwendigkeiten des Geschäftes kennt. Mit Toto Wolff konnten wir nicht nur einen erfahrenen Motorsportler sondern auch einen langjährigen Begleiter unserer Marke für unser Formel-1-Team gewinnen."

Tatsächlich bringt Wolff alle Voraussetzungen mit, um bei Mercedes nach den 22 Jahren der Haug-Regentschaft eine neue Ära einzuläuten. Anfang der 90er Jahre saß Wolff, seit 2012 mit der ehemaligen DTM-Fahrerin Susie Wolff verheiratet, selbst im Cockpit. In der Formel Ford, später bei Langstrecken-Rennen und sogar in der Rallye sammelte Wolff Erfahrung und Erfolge. Allerdings wurde die Berufung letztlich nie zum Beruf. Stattdessen machte sich Wolff einen Namen als Investor und ließ sein Vermögen zurück in den Motorsport fließen. Er managte Fahrer wie Bruno Spengler oder aktuell Valtteri Bottas, und er ist im Aufsichtsrat der HWR AG, die für Daimler Rennwagen in der DTM an den Start bringt. Aber vor allem war der Wahl-Schweizer geschäftsführender Direktor und Anteilseigner beim Formel-1-Rennstall Williams. Seine Anteile behält er vorerst - trotz des Engagements bei Mercedes. Lauda sieht darin aber keine Probleme. "Wir haben logischerweise alles überprüft und eine Lösung gefunden, mit der es keine Konflikte geben kann", sagte Lauda im Interview mit Sky Sport News HD.

Hamilton will um Siege mitfahren

Lewis Hamilton hat unterdessen bei seinem ersten Auftritt als neuer Silberpfeil-Pilot leisen Optimismus ausgestrahlt. "Das muss alles Schritt für Schritt gehen. Erst einmal in die Punkte kommen, dann aufs Podium und dann vielleicht um Siege fahren", sagte Hamilton bei seiner Vorstellung am Montag im Mercedes-Museum in Stuttgart: "Aber ich will gewinnen und bin zu hundert Prozent da." Vor seinem Auftritt in Stuttgart hatte Hamilton bereits die Werke in Brackley und Brixworth besucht, wo der neue Silberpfeil produziert wird. "Es ist ein Privileg, Teil des großen Ganzen bei Mercedes zu sein. Sie bauen die besten Autos der Welt", meinte Hamilton, der davon sprach "ein neues Kapitel in meiner Karriere aufzuschlagen".

(sid)
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