11.07.12

Prozess gegen englischen Nationalspieler

Rassismus-Vorwürfe: Terry ist sich keiner Schuld bewusst

John Terry vom FC Chelsea soll Anton Ferdinand im Premier-League-Spiel gegen Queens Park im Oktober 2011 rassistisch beleidigt haben.

Foto: AFP
John Terry vom FC Chelsea verlässt den Gerichtssaal
John Terry vom FC Chelsea ist sich keiner Schuld bewusst

London. Kapitän John Terry vom Champions-League-Sieger FC Chelsea hat die Vorwürfe im Zuge des Rassismus-Prozesses vehement zurückgewiesen. Zudem sprach sein Teamkollege Ashley Cole davon, dass der Fall nie vor Gericht hätte gehen dürfen. Wie der 31-Jährige Terry am Mittwoch in dem gegen ihn eingeleiteten Gerichtsverfahren aussagte, habe er bereits vor dem Erscheinen des Internetvideos, das die fragliche Szene zeigt, bei der Polizei sowie beim englischen Fußball-Verband FA eine Stellungnahme abgeben.

"Wenn ich irgendwas zu verheimlichen gehabt hätte, hätte ich das nicht getan", sagte Terry im Zeugenstand: "Hätte ich Zweifel gehabt, hätte ich das nach dem Motto 'Lass uns bis morgen abwarten, was überhaupt zu sehen ist' zurückgehalten." Der Chelsea-Profi sei sich bewusst gewesen, dass "da draußen nichts ist, was zeigt, dass ich etwas falsch gemacht habe".

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Terry soll im Ligaspiel am 23. Oktober 2011 gegen die Queens Park Rangers den dunkelhäutigen Anton Ferdinand rassistisch beleidigt haben. Eine Abschrift der angeblich üblen Beleidigungen kursierte im Internet. Das Videomaterial hatte die Staatsanwaltschaft veranlasst, ein Verfahren gegen den 31-jährigen Terry einzuleiten. Im Gerichtssaal wurden am Montag TV-Sequenzen der Szene gezeigt.

Der ehemalige Kapitän der Nationalmannschaft sagte dem Gericht, er habe lediglich die Beleidigungen, die Ferdinand ihm entgegenbracht habe, in sarkastischer Weise wiederholt. Nach dem Spiel habe er Ferdinand gefragt, ob dieser ihn beschuldige, rassistisch geworden zu sein. "Seine Antwort war 'Nein, nein, nein. Wir alle haben Dinge gesagt, die wir nicht hätten sagen sollen. Damit ist das beendet'", sagte Terry.

Cole pflichtete seinem Kapitän bei: "Ich glaube, wir sollten hier nicht sitzen." Rassismus sei niemals zu tolerieren, aber "wenn ich einfach nur etwas wiederhole, was ich glaube, gehört zu haben, ist das etwas völlig anderes, als wenn jemand einfach so irgendetwas sagt", sagte Cole, der sowohl mit Terry als auch mit Anton Ferdinand sowie dessen Bruder Rio befreundet ist. Terry sei ein vorbildlicher Kapitän, gerade auch weil er im Gegensatz zu anderen auf dem Platz immer ruhig bleibe, sagte der 31-Jährige.

Die FA hatte Terry "aufgrund der hohen moralischen Verpflichtung des Amtes" die Kapitänsbinde weggenommen. Englands damaliger Teammanager Fabio Capello, der sich auf die Seite des Innenverteidigers geschlagen hatte, war daraufhin im Februar zurückgetreten.

Sollte Terry verurteilt werden, könnte ihm eine Geldstrafe in Höhe von 3150 Euro drohen. Der Imageschaden wäre nicht zu beziffern. Einige Chelsea-Profis sind bei dem Prozess als Zeugen geladen

(sid/abendblatt.de)

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