17.01.13

Bundesliga-Auftakt am Freitag

Keller auf Schalke gegen Hannover zum Siegen verdammt

Ersehnter Rückrundenstart der Bundesliga heute ab 20.30 Uhr im Liveticker auf abendblatt.de. Fehlstart kann sich S04 kaum erlauben.

Foto: Bongarts/Getty Images
Schalke 04 - Doha Training Camp Day 4
Schalkes Trainer Jens Keller steht beim Debüt gegen Hannover unter Druck

Gelsenkirchen. Bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte wird sich Mirko Slomka keine Freunde machen. "Wir werden versuchen, noch ein bisschen mehr Unruhe auf Schalke zu verbreiten", sagte der Trainer von Hannover 96 vor dem Rückrundenstart bei seinem kriselnden Ex-Arbeitgeber Schalke 04 und schmunzelte. Slomka weiß, wovon er redet. Als Coach Nummer 54 in der königsblauen Vereinshistorie musste er im April 2008 trotz Platz drei gehen. Nun steht die Nummer 63 unter extremem Druck: Jens Keller ist bei seiner Schalker Bundesliga-Premiere am Freitag (20.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) zum Siegen verdammt.

Der 42-Jährige, kurz vor Weihnachten nach der Trennung von Huub Stevens vom U17-Coach zum Chef befördert, bemüht sich um Gelassenheit. "Ich glaube, es gibt in der Bundesliga keinen Trainer, der nicht unter Druck steht", sagte Keller. Er freue sich "wahnsinnig, dass es endlich losgeht". Wie lange der Schwabe sich zu den Bundesliga-Trainern zählen darf, wird sich schon gegen Hannover abzeichnen. Sollte er bei der geforderten Aufholjagd von Platz sieben Richtung Champions-League-Ränge einen Fehlstart hinlegen, würde die Unruhe auf Schalke deutlich größer. Die Frage, ob der unerfahrene Keller in der Krise der richtige Mann ist, würde immer brennender. Für Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ist er das. "Ich traue ihm zu, dass er die Mannschaft motiviert", sagte er: "Wir hätten uns nicht für ihn entschieden, wenn wir nicht von ihm überzeugt wären. Lasst die Jungs erstmal spielen, das Potenzial ist da."

Wie groß das spielerische Potenzial in der Rückrunde ist, hängt auch von den weiteren Transferaktivitäten ab. Nach der Verpflichtung des Ex-Berliners Raffael, vom ukrainischen Vizemeister Dynamo Kiew vorerst bis zum Saisonende ausgeliehen, stehen offenbar auch die Verhandlungen mit Michel Bastos (29) von Olympique Lyon vor dem Abschluss. Der brasilianische Linksaußen dürfte mindestens fünf Millionen Euro Ablöse kosten. Sportvorstand Horst Heldt erklärte bereits, man sei bereit, "mehr zu investieren als ursprünglich geplant".

Immer wahrscheinlicher wird ein sofortiger Absprung von Jung-Nationalspieler Lewis Holtby nach England. Der 22-Jährige, der bei Tottenham Hotspur einen Vertrag ab Sommer bis 2018 unterschrieb, könnte den Königsblauen im Januar noch eine Ablösesumme einbringen. "Tottenham überlegt", sagte Heldt. Besonders schwierig macht Kellers Aufgabe die angespannte Personalsituation. Offenivstar Ibrahim Afellay fällt mindestens zwei Monate aus, Innenverteidiger Kyriakos Paopadopoulos fehlt nach seiner Knie-OP noch länger, zum Rückrundenstart sind Torjäger Klaas-Jan Huntelaar und Mittelfeldrenner Jermaine Jones gesperrt. "Das Verletzungspech ist furchtbar", meinte Tönnies. Ob Raffael sofort helfen kann, ist fraglich.

Eine Aufbruchstimmung hat der neue Coach nicht erzeugen können. Nach dem 1:2 im DFB-Pokal gegen Mainz 05 drückte vor allem der 0:5-Schock im Trainingslager in Katar gegen Bayern München aufs königsblaue Gemüt. Dennoch sieht der Neue die Mannschaft "in einem sehr, sehr guten Zustand", die Vorbereitung sei "durchweg positiv" gewesen. Der ehemalige Abwehrspieler will Schalke offensiver agieren lassen und setzt auf aggressives Pressing.

Sollte diese Taktik wie gegen die Bayern nicht aufgehen, könnte Slomka davon profitieren. Die konterstarken Hannoveraner hätten Platz für ihr bevorzugtes Spiel. Genau darauf spekuliert Slomka. "Wir wollen unsere Stärken einbringen", sagte er, "unser Tempospiel und unsere Effektivität im Abschluss." Dabei helfen soll der Schweizer Nationalspieler Johan Djourou, der vom FC Arsenal bis Saisonende ausgeliehen wurde. Der Brasilianer Franca, der bei seiner Ankunft in Hannover im deutschen Winter fror, steht noch nicht im Kader.

So könnten sie spielen:

Schalke: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Matip, Fuchs - Höger, Neustädter - Farfan, Holtby, Draxler - Marica. - Trainer: Keller

Hannover: Zieler - Sakai, Eggimann (Haggui), Djourou, Rausch - da Silva Pinto, Schmiedebach - Schlaudraff, Huszti - Diouf, Abdellaoue (Sobiech). - Trainer: Slomka

Schiedsrichter: Deniz Ayketin

(sid)
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