02.01.13

Aktion "12:12"

Fans beenden Stimmungs-Boykott - Gespräche folgen

Das 16 Punkte umfassende Konzept "Stadionerlebnis" war von der Vollversammlung der DFL am 12. Dezember beschlossen worden.

Foto: WITTERS/Witters Sport-Presse-Fotos
Fussball
Fans von Schalke 04 mit dem Transparent ''Ohne Stimmung 12:12 Keine Stimmung''

Köln. Die Aktion "12:12" beendet ihren Stimmungsboykott in den deutschen Fußball-Stadien. Andreas Rettig, neuer Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), setzt mit einem Gesprächsangebot an die Fans einen vorläufigen Schlusspunkt hinter den Protest der Kurven.

"Nach der Winterpause gibt es von uns keinen Aufruf zu einem Stimmungsboykott. Wir werden uns auf Einladung von Herrn Rettig in den nächsten Tagen zusammensetzen und uns zunächst beschnuppern. Es ist unser Ziel, auf Dauer nicht nur gegen etwas zu sein, sondern zu gestalten und aktiv mitzuwirken", sagte 12:12-Sprecher Jan-Henrik Gruszecki am Mittwoch.

Die Aktionen an den letzten drei Spieltagen der Hinrunde wertet "12:12" als "Riesenerfolg". Man habe das neue Sicherheitskonzept der DFL "nicht in Gänze verhindert, aber wenn man sich anschaut, was vom ersten Entwurf noch übrig war, haben wir viel verhindert". Nun könne der "immer eingeforderte Dialog endlich ernsthaft beginnen".

Den Erfolg der Gespräche macht die Aktion zur Bedingung dafür, dauerhaft den Protest einzustellen. "Die Gesamtsolidarität muss in der Fanszene beibehalten werden", sagte Gruszecki. "Wir werden uns immer gegen Vollkontrollen und die Beschneidung von Gästekontingenten stellen und gegebenenfalls mit Protest, Kreativität und Aufklärung gegen derlei Repressalien agieren." Rettig wird am Donnerstag um 11.00 Uhr in Frankfurt/Main offiziell in seinem neuen Amt vorgestellt, er wird sich dort auch über sein Gesprächsangebot äußern.

Das 16 Punkte umfassende Konzept "Stadionerlebnis" war von der Vollversammlung der DFL am 12. Dezember beschlossen worden. Die Vertreter der 36 Vereine der Bundesliga und 2. Liga erzielten in allen Punkten "mit großer Mehrheit" Einigkeit.

(sid)
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Fan-Ausschreitungen bei DFB-Pokalspiel

Die wichtigsten Anträge des Sicherheitskonzeptes
  • Antrag 2 Lizenzierungsordnung

    Die Vereine sollen sich künftig nach besten Kräften bemühen, mit Vertretern ihrer organisierten Fanszene „einen offenen, regelmäßigen und verbindlichen Dialog zu etablieren“.

  • Antrag 3 (LO):

    In jedem Stadion muss ein Kontrollraum für die Sicherheits- und Ordnungskräfte vorhanden sein. Er muss mit einer Videoanlage zur Überwachung der Zuschauerbereiche ausgestattet sein. „Die Befehlsstelle der Polizei ist mit einer Vorrangschaltung für Videoüberwachung auszustatten.“ Gemäß Antrag 4 soll der Vorstand des Ligaverbandes die entsprechenden Richtlinien beim DFB-Präsidium beantragen.

  • Antrag 8 (DFB):

    „Zur Sicherstellung eines störungsfreien Spielablaufs, zur Verminderung von Gefahren für die Zuschauer, Spieler und Schiedsrichter“ sollen die bestehenden Kontrolleinrichtungen verbessert werden. Diese müssen so beschaffen sein, dass Kontrollen „sicher, zügig und angemessen“ durchgeführt werden können. Die DFL stellt dabei klar, dass sogenannte Vollkontrollen keinesfalls in die Statuten aufgenommen werden sollen. Der Umfang der Kontrollen soll „lageabhängig“ entschieden werden.

  • Antrag 9 (DFB):

    Sowohl die vom Heimverein beauftragten Ordnungsdienstkräfte als auch das vereinseigene Ordnungsdienstpersonal müssen das Schulungskonzept des DFB durchlaufen, um über ihre „Rechte, Pflichten sowie Aufgaben, Abläufe und die wesentlichen Problemfelder“ unterrichtet zu sein.

  • Antrag 11 (DFB):

    Bei „Spielen mit erhöhtem Risiko“ sollen unter anderem folgende Maßnahmen „zu erwägen“ sein: Begrenzung des Verkaufs von Eintrittskarten (Steh- und Sitzplatzbereich), strikte Trennung der Anhänger und Durchführung von verstärkten Personenkontrollen. Die DFB-Zentralverwaltung ist berechtigt, „aufgrund eigener Erkenntnisse ein Spiel als 'Spiel mit erhöhtem Risiko' einzustufen“. Außerdem wird die Möglichkeit einer Sicherheitsaufsicht bei „Spielen unter Beobachtung“ eingeführt.

  • Antrag 14:

    Die Richtlinien zur Spielordnung (SpOL) zum Ticketkontingent sollen ergänzt werden. So stehen dem Gastverein weiterhin zehn Prozent der jeweiligen Stadionkapazität zur Verfügung - „vorbehaltlich einer anderslautenden rechtskräftigen Entscheidung eines DFB-Rechtsorgans oder einer anderslautenden Festlegung des Heimvereins bei Spielen mit erhöhtem Risiko“.

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