Menschlich gesehen

Unterwasserrugby

Blaue Flecken gehören für Veronika Schulte (32) zum Alltag. Die Harburgerin spielt Unterwasserrugby. Eine ungewöhnliche Sportart, bei der es darum geht, in rund fünf Meter Tiefe Plastikbälle in einer Art metallenem Papierkorb zu versenken. Mit vollem Körpereinsatz. Ausgestattet mit Flossen, Taucherbrille und Schnorchel bahnt sich die gebürtige Sauerländerin und Tochter eines Holzkaufmanns in der Bundesliga für das Männerteam des DUC Hamburg ihren Weg. Mit der Frauen-Nationalmannschaft wurde sie zweimal Weltmeisterin, zuletzt im Jahr 2007. Gestern erhielt sie für ihre Leistungen in Berlin die höchste deutsche Sportler-Auszeichnung, das "Silberne Lorbeerblatt". "Ich konnte erst gar nicht glauben, dass ich geehrt werden soll", verrät die Projektmanagerin von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, die als Erfolgsgeheimnis der deutschen Frauen das gemeinsame Spielen mit den Männern in der Liga sieht. Zimperlich wird dabei mit der reisebegeisterten Sportlerin nicht umgegangen. "Wenn sie Rücksicht nehmen, haben sie verloren", meint die studierte Biologin.

Nur einmal in zehn Jahren habe sie Panik unter Wasser bekommen, erzählt die leidenschaftliche Reiterin, die mit Stute Diana ein eigenes Pferd besitzt. Wenn plötzlich kein Sauerstoff mehr da ist, höre der Spaß auf. Dagegen seien blaue Flecke wirklich harmlos, so der Single.

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