02.11.12

Kleine Fluchten

Älteste Pension eines Fischerdorfs in neuem Gewand

Der 1855 erbaute Charlottenhof in Ahrenshoop wurde ein Jahr lang renoviert und ist jetzt eine stilvolle Adresse für ruhige, entspannte Tage.

Von Katja Gartz
Foto: Katja Gartz
Charlottenhof in Ahrenshoop
Das Hotel wurde 2011 mit viel Liebe zum Detail renoviert

Baumstämme ohne Rinde umrahmen die Terrasse der Kapitänssuite. Nur rund 100 Meter weiter brechen sie die Wellen der Ostsee. Breite Streifen mit großen Kieselsteinen trennen den Garten vom Haus. Die eine Hälfte schmückt in der Tradition des Seebads ein Reetdach, die andere eine lichtdurchflutete verglaste Veranda. Auf der großen Terrasse davor füllen sich spätestens am Nachmittag die Tische. "Hausgebackene Kuchen" steht auf einer Tafel. Dass diese zu den besten des Ortes gehören, hat sich herumgesprochen. Spezialitäten der Köchin und Konditorin sind insbesondere die Käsebaiser- und die Mohnschmandtorte.

Ahrenshoop ist um eine kleine, feine Adresse reicher. 2011 kaufte Inhaberin Heike Gebhard den 1855 erbauten Charlottenhof, der als älteste Pension in dem früheren Fischerdorf gilt. Sie sanierte und renovierte ein Jahr lang. Im März 2012 war es dann so weit: Der Charlottenhof eröffnete in neuem Gewand seine Pforten.

Gelegen ist die Pension am Grenzweg, der einst gemeinsam mit dem Grenzgraben die damalige Trennlinie zwischen Mecklenburg und (Vor-)Pommern bildete. Nachdem Heike Gebhard das Seebad auf dem Darß 1999 für sich entdeckt hatte, ließ sie der Ort nicht mehr los. "Im Anschluss an eine Hochzeitsfeier von Freunden in Rostock schaute ich mir mit meinem Mann die Gegend an, von da an waren wir jedes Jahr in Ahrenshoop", erzählt die dreifache Mutter und gelernte Bankkauffrau. Als der Charlottenhof zum Verkauf stand, konnten sie sich das Haus mit der wundervollen Lage nicht entgehen lassen. "Ich habe schon immer davon geträumt, ein eigenes kleines Hotel zu führen", sagt die 50-Jährige begeistert. Mit ihrem Händchen für geschmackvolle Einrichtungen setzte sie in den zwölf Zimmern mit edlen Stoffen farbliche Akzente. Viel Liebe zum Detail, schlicht und ohne Schnörkel - Heike Gebhard verleiht dem Charlottenhof mit ihrer persönlichen Handschrift einen ganz besonderen Charme. Aus Stoff genähte Fische dienen als Schlüsselanhänger, die Zimmernummern stehen in schöner Schrift ausgeschrieben an der Wand, außerdem stehen den Gästen im Wintergarten Zeitungen und Bücher zur Verfügung. Auf Wunsch können Fahrräder ausgeliehen werden, und eine Sauna für entspannte Stunden nach langen Strandspaziergängen bietet der Charlottenhof ebenfalls. Vor dem Kamin im Wintergarten laden Sessel und eine großzügige Sitzecke ein. Das Restaurant bietet eine bodenständige und regionale Küche und hat seit Oktober auch abends geöffnet.

Im Charlottenhof stellt die Inhaberin Werke lokaler Künstler aus, veranstaltet an den Jazztagen Konzerte und bietet für interessierte Gäste in Kooperation mit der Autorin Christine von Soden kreative Schreibkurse an. Weitere Veranstaltungen, Lesungen und Konzerte sind geplant.

Ideen hat Heike Gebhard reichlich. Wenn sie ein bisschen Zeit hat, geht sie gerne den Weg zur Hohen Düne entlang und setzt sich auf eine Bank, um an ihrem Lieblingsplatz die wunderbare Aussicht auf die Ostsee zu genießen.

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