Stormarn
Kommentar

Misstrauen führt zum Scheitern

Wer einen Planfeststellungsbeschluss zum Bau einer Straße aufstellt, der will normalerweise eine solche auch bauen. Nicht so in Ahrensburg. Nach jahrelangen Debatten, grundlegenden Planungen und ausgiebigen Verhandlungen mit der Gemeinde Delingsdorf haben die Stadtverordneten dem Vorhaben mit ihrem Nein zum vorliegenden Verhandlungsergebnis nun den entscheidenden Schlag versetzt.

Schuld am Scheitern des Projektes Nordtangente ist das fundamentale Misstrauen, dass zwischen Ahrensburg und Delingsdorf in der Sache herrscht. Obwohl sich Vertreter beider Seiten auf einen Kompromiss geeinigt hatten, blieb die Skepsis, vom Gesprächspartner über den Tisch gezogen zu werden. Während die Ahrensburger sich an der vorgesehenen Zahlung von 750 000 Euro an die Nachbargemeinde stießen, vermuteten die Delingsdorfer, nur wertloses Gelände für ihr Ackerland zu bekommen. Man hat zwar offenbar ausgiebig miteinander gesprochen und sich zu einer Einigung durchgerungen. Doch Verständnis für die Vorstellungen des anderen stellte sich dadurch nicht ein. So verstehen die Delingsdorfer bis heute nicht wirklich, warum Ahrensburg die Straße bauen wollte. Diese Grundsatzfrage hätte von den Befürwortern zuallererst beantwortet werden müssen.

Andererseits hätten auch Ahrensburger profitiert, wenn Delingsdorf Fuß- und Radwege entlang der B 75 ausbaut. Aber leider reichte das Verständnis bei vielen nur bis zur eigenen Ortsgrenze.

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