Pinneberg
17.12.12

Pinneberg

Unternehmer sind vorsichtiger geworden

Verbandsumfrage: Stimmung der Betriebschefs soll etwas abgekühlt sein, aber keinen Grund zur Sorge darstellen.

Foto: Burkhard Fuchs
Unternehmensverband Unterelbe-Westküste Geschäftsführer Heinrich Ritscher (v.l.) und Sebastian Koch mit Rolf Döring, Salvana Sparrieshoop
Unternehmensverband Unterelbe-Westküste Geschäftsführer Heinrich Ritscher (v.l.) und Sebastian Koch mit Rolf Döring, Salvana Sparrieshoop

Kreis Pinneberg. Die Konjunktur im Kreis Pinneberg wird sich im ersten Halbjahr 2013 abschwächen. "Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich deutlich, bleibt aber auf hohem Niveau." So fasst Heinrich Ritscher, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste das Ergebnis der Halbjahres-Umfrage zusammen, an dem sich wieder rund 60 Unternehmen aus dem Kreisgebiet beteiligt haben, die zusammen 8000 Mitarbeiter beschäftigen. Der Unternehmensverband umfasst 400 Mitgliedsbetriebe von Sylt bis Wedel, von denen sich 155 zu den Fragen nach aktueller und zukünftig geplanter Auftragslage, Kapazitätsauslastung, Personalbestand, Investitionstätigkeit und Stimmungslage geäußert haben.

Dabei falle auf, je dichter dran die Unternehmen an der Metropolregion Hamburg liegen, desto schlechter seien Stimmung und Ausgangslage, so Ritscher. "Da kommt die Ungewissheit über die Euro-Krise mehr zum Tragen." Vor allem die Export orientierte Industrie mit Absatzmärkten innerhalb der EU fange an zu schwächeln. "In Nordfriesland ist dagegen noch heile Welt."

Aber zum Wehklagen gebe es eigentlich keinen Grund, meint der Verbandsfunktionär. Die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft seien nach wie vor gut: Die Zinsen sind niedrig, die Kaufkraft durch gute Tarifabschlüsse hoch und die Verbraucher konsumfreudig, weil es sich für sie ohnehin nicht lohne, ihr Kapital zu sparen. Hinzu kämen die Renten, die bundesweit im nächsten Jahr um sechs Milliarden Euro steigen werden. "Ich gehe davon aus, dass dieses Geld vor allem in den Konsum gesteckt wird", sagt Ritscher.

Gleichwohl sind die Unternehmer vorsichtiger geworden, wie die Umfrage zeigt. So sind nur noch zwei Drittel der befragten Firmenchefs mit ihren Auftragseingängen zufrieden. Im Sommer waren es noch mehr als drei Viertel der befragten Betriebe.

Noch 71 Prozent der Befragten rechnen damit, dass es auf diesem Niveau bleiben wird. In der im Juni veröffentlichten Umfrage waren es noch 94 Prozent. Ähnliche Werte brachten die Fragen zu Umsatzentwicklung und Investitionsvorhaben. Wie viel Psychologie dabei eine Rolle spielt, zeigt dieses Ergebnis: Die Kapazitätsauslastung der Unternehmen im Kreis Pinneberg liegt aktuell bei 87,5 Prozent. Das entspricht genau demselben Wert vom Sommer. "Die Welt ist also in Ordnung", zieht Ritscher Bilanz. "Wir sind auf einem hohen Niveau angelangt." Die Ausschläge bewegten sich auf normaler Schwankungsbreite. "Es ist gut, dass es sich jetzt etwas abkühlt. Damit vermeiden wir, dass sich der Markt überhitzt."

Hin und hergerissen scheint auch der Arbeitsmarkt zu sein. So hat lediglich jeder siebte befragte Betriebschef im Kreis Pinneberg seit Juni Personal abgebaut. Im nächsten Halbjahr plant dies jeder vierte. Gleichwohl gehen zwei von drei Unternehmern davon aus, dass sich die Wirtschaftslage in den nächsten sechs Monaten bessert oder auf gleichbleibendem Niveau bewegt. Auch für diese ambivalente Haltung hat Verbandschef Ritscher eine Erklärung. Dies entspreche der Haltung "Wir halten an unserem Personalbestand fest. Das, was wir haben, müssen wir maximal nutzen." Der zunehmende Fachkräftemangel lasse die Unternehmen an gut qualifizierten Mitarbeitern festhalten. Wenn sie erst einmal weg sind, kommen sie nicht so schnell wieder.

Dabei spiele der Kreis Pinneberg noch eine Sonderrolle, wie Mitgeschäftsführer Sebastian Koch sagt. Im Gegensatz zur Westküste des Landes steige am Hamburger Rand die Bevölkerungszahl noch. Aber selbst dann, wenn ab 2020 auch hier der demografische Wandel zuschlage, sollten sich die jungen Leute nicht einbilden, sie könnten sich die Jobs aussuchen. "Ohne Qualifikation wird es auch künftig nicht gehen. Dünnbrettbohrer werden weiterhin keine Chance haben."

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