Pinneberg
07.11.12

Pinneberg

Die Luftwaffenschule startet durch

In die Standorte Appen und Heide wird kräftig investiert. Zukünftig weniger Schüler, aber eine intensivere Ausbildung.

Von Bernd-Olaf Struppek
Foto: Bernd-Olaf Struppek
Die Zukunft ihrer Schule ist gesichert: Oberstleutnant Matthias Axt (von links), Oberst Klaus-Christian Kuhle, Oberstleutnant Heino Truelsen
Die Zukunft ihrer Schule ist gesichert: Oberstleutnant Matthias Axt (von links), Oberst Klaus-Christian Kuhle, Oberstleutnant Heino Truelsen

Appen/Heide . Das Jahr des Jubiläums ist gleichzeitig ein Jahr des Neuanfangs. Die Unteroffizierschule der Luftwaffe (USLw) mit Hauptsitz in Appen und einem zweiten Schulstandort in Heide (Dithmarschen) feiert im kommenden Jahr ihren 25. Geburtstag. Auf die Kaderschmiede aller Unterführer der Luftwaffe aus Deutschland kommt pünktlich zum Jubiläum eine Neuausrichtung zu.

"Auch bei uns gibt es die fundamentalen Veränderungen, von denen der Verteidigungsminister spricht", sagt Oberst Klaus-Christian Kuhle, Schulkommandeur der USLw. Im Zuge der Bundeswehrreform wird die Zahl der Dienstposten in Appen und Heide von heute 510 auf künftig 382 reduziert. Auf Appen entfallen davon 214. Im Gegenzug wird an beiden Standorten kräftig investiert. In Appen, dem einzigen Bundeswehrstandort im Kreis Pinneberg, sollen im kommenden Jahr fast acht Millionen Euro in Um- und Ausbauten fließen, in Heide bis zu 2,2 Millionen Euro. "Von unseren Mitarbeitern braucht sich niemand wegen der neuen Struktur zu verändern, der es nicht will", sagt Kuhle. "Niemand wird hier rausgeworfen."

Die USLw kann die Vorgaben aus dem Verteidigungsministerium zur Reduzierung militärischer und ziviler Stellen deshalb so stressfrei umsetzen, weil man in Appen und Heide bereits vor mehr als eineinhalb Jahren, als sich die Debatte um die Neuausrichtung der Streitkräfte konkretisierte, begonnen hatte, Personal abzubauen. Nach dem Wegfall des allgemeinen Wehrdienstes fallen in der Schule vor allem Stellen weg, die von Mannschaftsdienstgraden besetzt waren.

"Wir haben schon seit 2010 Freistellen geschaffen, indem wir Posten, die frei wurden, nicht nachbesetzt haben", sagt der Schulkommandeur. Deshalb sei jetzt die Stimmung unter den Mitarbeitern so gut. "Die Personalvertretungen in Appen und Heide sind auch zufrieden", so Kuhle. Man werde sogar noch den einen oder anderen Mitarbeiter aus Bundeswehrstandorten im Norden aufnehmen können, die im Zuge der Reform geschlossen werden. "Davon gibt es ja genug in Schleswig-Holstein."

Statt bislang drei wird es in Zukunft innerhalb der USLw nur noch zwei Lehrgruppen geben. Die I. Lehrgruppe in Appen untersteht Oberstleutnant Heino Truelsen, die II. Lehrgruppe in Heide Oberstleutnant Matthias Axt. Beide Lehrgruppen werden in sechs Inspektionen unterteilt sein. Eine weitere Säule der zukünftigen Struktur der Schule ist eine Ausbildungsunterstützungsgruppe. "Wir wollen unsere Lehrer vom Administrativen entlasten. Bei uns muss der Lehrer das Klassenzimmer nicht selbst streichen", sagt Oberst Kuhle.

Denn die Ausbildung soll intensiviert werden. Die Zahl der Lehrgangsteilnehmer in Appen und Heide wird sich von jährlich 9283 im Jahr 2011 auf 7980 im Jahr 2013 verringern. Weniger Schüler sollen jedoch teils länger, auf jeden Fall umfangreicher geschult werden. So wird im Hinblick auf internationale Militäreinsätze die Englisch-Ausbildung erweitert, es wird zudem eine deutlich verstärkte Schießausbildung und mehr Sportunterricht geben. Wie gut die Ausbildung funktioniert, soll demnächst ein schuleigenes Qualitätsmanagement überprüfen, das neu installiert wird. Innerhalb der Appener Marseille-Kaserne werden, ebenso wie am Standort Heide, schon im kommenden Monat eine ganze Reihe Soldaten in neue Einheiten und damit in andere Gebäude umziehen. Abgeschlossen sein soll die Umstrukturierung der USLw bis Ende September 2013.

Mindestens vier Gebäude, drei in Appen, eines in Heide, in denen Lehrgangsteilnehmer während ihrer Zeit an der USLw untergebracht sind, werden im kommenden Jahr um- und ausgebaut. Schulstandard soll sein, dass jeweils zwei Soldatinnen oder Soldaten sich ein Bad teilen, aber je ein Wohn- und Schlafzimmer für sich haben. Investiert wird in Appen außerdem in den Bau einer Halle für die Fahrzeuge der Sanitätssoldaten und in eine Maschinenhalle für die Gerätschaften des Bundeswehrdienstleitungszentrums. Dessen zivile Mitarbeiter, von denen es in Appen in Zukunft 26 geben wird, sind unter anderem auch für die Pflege der Außenanlagen des Hamburger Bundeswehrkrankenhauses in Wandsbek und der Führungsakademie in Hamburg-Iserbrook zuständig.

Zusätzlich zu den genannten 214 Dienstposten der USLw wird es in Appen unter anderem weiterhin die Sanitäts-Staffel mit 20 Soldaten, die 83-köpfige Sportfördergruppe, 14 Sprachlehrer und vier Militärpfarrer geben.

Bei allen Umstrukturierungen wird zum 25. Geburtstag das Feiern nicht vergessen. Für den 9. August 2013 lädt die USLw die Menschen aus der Region zu einem Familientag ein.

Zum Programm gehören dann eine feierliche öffentliche Vereidigung von Soldaten in der Marseille-Kaserne (ab 12 Uhr) und ein Familienfest, das um 13 Uhr beginnen wird. Ausklingen soll das Jubiläumsjahr mit einer feierlichen Serenade im Fackelschein am 7. November 2013.

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