Norderstedt
29.01.13

Kreis Segeberg

Betroffene Gemeinden lehnen A20 weiter ab

Ob der Protest Wirkung zeigt, ist aber fraglich. Abschnitt zur A7 könnte auch gebaut werden, wenn es südlich von Bad Segeberg stockt.

Von Helge Buttkereit
Foto: picture-alliance/ dpa/dpa
Verkehrsschild - Autobahn
"Wir halten den Bedarf für eine Autobahn zumindest im Bereich Bad Segeberg/Bad Bramstedt für nicht gegeben", heißt es zu Beginn der Stellungnahme der Gemeinde Schmalfeld

Kreis Segeberg. Die Gemeinde Schmalfeld stellt es klar: "Wir halten den Bedarf für eine Autobahn zumindest im Bereich Bad Segeberg/Bad Bramstedt für nicht gegeben." Diese Worte stehen zu Beginn der umfangreichen Stellungnahme, die die Schmalfelder im aktuellen Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt der A20 zwischen Wittenborn bei Bad Segeberg und der A 7 zusammengestellt haben. Die Position ist keineswegs neu; die Schmalfelder stellten sich schon beim ersten Planfeststellungsverfahren, nach dem die aktuelle Änderung des Plans entstanden ist, gegen die Autobahn. Auch das benachbarte Hartenholm ist weiter dagegen, dass die Autobahn künftig das Gemeindegebiet durchschneidet und dabei beispielsweise einigen örtlichen Landwirten den Weg zu ihren Feldern versperrt.

Allerdings: Die grundsätzliche Ablehnung des Baus durch die kleinen betroffenen Gemeinden wird vermutlich wenig bringen. Die zuständigen Behörden gehen davon aus, dass die Autobahn wie geplant gebaut werden kann. Torsten Conradt, Direktor des federführenden Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, sagt gegenüber dem Abendblatt: "Wir gehen davon aus, dass wir den Planfeststellungsbeschluss Ende dieses Jahres vorliegen haben." Sollte alles glatt laufen und die Behörde Baurecht bekommen, dann könne das Projekt in den Straßenbauplan des Bundes 2014 aufgenommen werden. Dann könnte es finanziert werden und auch vielleicht schon 2014 mit dem Bau begonnen werden.

Dass es beim Bau von Verkehrsprojekten aber nicht immer so glatt läuft, beweist nicht nur der Flughafen Berlin-Brandenburg, sondern auch die A 20. Denn die bereits geplante Umfahrung Bad Segebergs, für die ein Planfeststellungsbeschluss vorliegt, kann derzeit nicht gebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht will dieses Jahr entscheiden, ob alles nach Recht und Gesetz geplant ist.

Allerdings kann an der A 21 bei Bad Segeberg, im Bereich des geplanten Autobahnkreuzes, bereits gebaut werden. Denn hier müsste laut Conradt auch etwas passieren, sollte der Plan der Segeberger Umfahrung scheitern. So haben die Kläger akzeptiert, dass auf Höhe Schackendorf gebaut wird. "Das sind Vorleistungen, die uns nachher helfen", sagt Conradt. Nachher, das heißt, wenn aus den beiden Abfahrten in der Kreisstadt nur noch eine wird und das Kreuz gebaut wird.

Sollte es aber doch nicht so weit kommen und die A 20 im Bereich Bad Segeberg komplett neu geplant werden müssen, bedeute das nicht das Aus für die Verbindung zwischen der A 21 bei Wittenborn und der A 7 zwischen Kaltenkirchen und Bad Bramstedt. Conradt sagt: "Der Abschnitt ist verkehrlich so angelegt, dass er auch dann realisiert werden kann, wenn die Strecke von Weede nach Wittenborn nicht in den Bau kommt." Davon gehe man aber nicht aus. Den eigenen Nutzen hat die Querverbindung zwischen der A 7 und der A 21 nach Conradts Worten unter anderem als Entlastung der Bundesstraße 205 zwischen Neumünster-Süd und Bad Segeberg. "Die B 205 kann den bestehenden Verkehr kaum aufnehmen", sagt Conradt.

Das sehen die betroffenen Gemeinden anders. In der Schmalfelder Stellungnahme im aktuellen Verfahren wird der Sinn der Autobahn komplett bestritten. Derzeit würden laut Plan die Verkehrszahlen auf der B 206 sinken, die durch die Autobahn am stärksten entlastet würde. Seit 1995 gebe es einen Trend, nach dem die Verkehrszahlen abnehmen, nach letzten Zahlen nutzen täglich 8300 Fahrzeuge die B 206. Deshalb sei eine Annahme von knapp dreimal so vielen auf der A 20 im Jahr 2025 unrealistisch. Der von einigen der betroffenen Gemeinden beauftragte Rechtsanwalt Rüdiger Nebelsiek ergänzt unter anderem, dass trotz des Baus der A 20 von Lübeck nach Weede auf der B 206 in Richtung Westen kaum mehr Verkehr zu beobachten ist.

Sollte die Autobahn gebaut werden, fordert Schmalfeld wie Hartenholm und andere betroffene Gemeinden weitere Anpassungen der bestehenden Pläne. So ist ein vorgesehener Rettungsweg für ein Altenheim in Hartenholm nach Aussage von Bürgermeister Johannes Hermann Richter unter anderem zu lang, und die Schmalfelder sehen neben vielen weiteren Problemen der aktuellen Pläne erhebliche Mängel bei den Konflikten mit dem Naturschutz.

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