21.02.13

Landessynode

Gerhard Ulrich erster Landesbischof der Nordkirche

Wahl im Lübecker Dom. 144 der 153 anwesenden Synodalen stimmten für den 61-Jährigen. Repräsentant von rund 2,2 Millionen Mitgliedern.

Von Eva-Maria Mester
Foto: dpa
Landessynode in Lübeck
Gerhard Ulrich küsst Ehefrau Cornelia nach seiner Wahl zum ersten Landesbischof der Nordkirche

Lübeck. Ein ausgebildeter Schauspieler ist erster Landesbischof der Nordkirche. Mit großer Mehrheit stimmten die Synodalen am Donnerstag im Lübecker Dom für den bisherigen Bischof des Sprengels Schleswig und Holstein, Gerhard Ulrich. Der 61-Jährige, der vom Wahlvorbereitungsausschuss vorgeschlagen worden war, hatte keinen Gegenkandidaten. 144 der 153 anwesenden Kirchenparlamentarier votierten für ihn. Die Synode hatte darauf verzichtet, einen eigenen Bewerber vorzuschlagen.

Applaus brandete auf, als Synodenpräsident Andreas Tietze das Wahlergebnis bekannt gab und als erster dem neuen Landesbischof mit einem Blumenstrauß gratulierte. "Bischof Ulrich hat das Nordkirchenschiff vom Stapellauf an auf Kurs gehalten. Ich freue mich sehr, dass die Synodalen mit ihrem Votum für Kontinuität gesorgt haben, die unserer jungen Kirche guttun wird", sagte Tietze.

Sichtlich bewegt dankte Ulrich den Synodalen. "Ich fühle mich glücklich, ich fühle mich fast ein wenig beschämt durch dieses großartige Ergebnis, das mir geschenkt ist. Ich bin bewegt, dass meine Kirche mir einen solchen Beweis des Vertrauens entgegenbringt", sagte er. Den Blumenstrauß hatte er gleich an seine Ehefrau Cornelia weitergegeben, die gemeinsam mit Söhnen, Schwiegertöchtern und dem ersten Enkelkind, der knapp einjährigen Paula, die Wahl verfolgt hatte.

"Die Zeit der Vorläufigkeit ist jetzt vorbei", sagte Ulrich nach der Wahl. Als neu gewählter Landesbischof übernimmt er an diesem Freitag den Vorsitz der 21-köpfigen Kirchenleitung der Nordkirche, die nach einem langen Vorbereitungsprozess Pfingsten 2012 durch den Zusammenschluss der evangelischen Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern entstanden ist. Seitdem war Ulrich bereits Vorsitzender der vorläufigen Kirchenleitung. "Meine vordringlichste Aufgabe wird jetzt sein, die Gemeinden und die neue Kirche in ihren unterschiedlichen Teilen und Kulturen zusammenzubringen", sagte Ulrich. Er wisse, dass die Erwartungen an ihn groß seien, aber er fühle dadurch keine Last.

Seine Aufgaben sind ihm also nicht neu, nur der Titel und die Adresse wechseln. Bislang hatte er sein Büro im Landeskirchenamt in Kiel, als Landesbischof ist sein Amtssitz Schwerin. Die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern hatte sich bei den Verhandlungen Anfang 2009 gegen Lübeck wegen der deutlich geringeren Kosten durchgesetzt. Ein Termin für die feierliche Amtseinführung im Schweriner Dom steht nach Angaben von Kirchensprecher Frank Zabel noch nicht fest.

Mit der Wahl zum Landesbischof im Lübecker Dom schließt sich für Ulrich ein Kreis. In derselben Kirche war er 1981 zum Pastor ordiniert worden. Ursprünglich hatte der Polizistensohn aus Hamburg Schauspieler werden wollen. Mit 23 entdeckte er die Religion für sich und wechselte zur Theologie, die nach seinen Worten viele Bezüge zum Theater aufweise.

r wünsche sich eine selbstbewusste Kirche, die eine gestaltende Kraft in der Gesellschaft sei, sagte Ulrich. Dazu zähle etwa der Sonntagsschutz und der Religionsunterricht. Fehler in den eigenen Reihen dürften nicht vertuscht werden, mahnte Ulrich mit Blick auf die Missbrauchsfälle in Ahrensburg (Kreis Stormarn). Die Nordkirche sei geprägt von der geistlichen Vielfalt, die er als Landesbischof erhalten wolle.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) gratulierte Ulrich zur Wahl und wünschte ihm für die anstehenden Aufgaben viel Kraft und Erfolg. Der katholische Hamburger Erzbischof Werner Thissen sprach in seinem Glückwunschschreiben davon, dass es Beharrlichkeit, Geduld und Kraft erfordere, die Vereinigung der drei evangelischen Kirchen auch innerlich zu vollziehen. Dazu wünsche er in ökumenischer Verbundenheit Gottes reichen Segen, sagte der Erzbischof.

Die Synodentagung wird am Freitag in Lübeck-Travemünde mit der Wahl der ersten regulären Kirchenleitung und der Beratung des Haushaltsplans 2013 fortgesetzt.

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