21.12.12

Kreis Stormarn

Geflügelinfluenza in Tangstedt: 1500 Tiere wurden getötet

Auf einem Geflügelhof bei Hamburg ist ein Virus entdeckt worden. Der Bestand wurde getötet und ein Sperrgebiet eingerichtet.

Foto: dapd
Weihnachtsgaense
Auf dem Geflügelhof mit Gänsen und Legehennen sind Erreger nachgewiesen worden (Symbolbild)

Bad Oldesloe. Auf einem Bioland-Hof in Tangstedt bei Hamburg ist der Erreger einer für den Menschen harmlosen Form der Geflügelinfluenza festgestellt worden. Vorsorglich ließen die Behörden 1500 Tiere töten, wie der Landrat des Kreises Stormarn, Klaus Plöger (SPD), am Freitag in Bad Oldesloe sagte. Unter den Tieren seien 1200 Legehennen und 300 Gänse gewesen. Die Aktion sei am Donnerstagabend abgeschlossen worden. Um den Hof sei ein Sperrgebiet mit einem Radius von einem Kilometer errichtet worden. Innerhalb dieses Gebietes gebe es nur auf Hamburger Stadtgebiet noch einige wenige private Geflügelhaltungen, sagte der Sprecher der Hamburger Verbraucherbehörde, Rico Schmidt. Diese müssten ihre Tiere nun im Stall halten. Bislang seien keine weiteren Fälle festgestellt worden. Für die Geflügelhalter außerhalb des Sperrgebiets gebe es keine Auflagen.

Für den Menschen sei der Virustyp H5 N3 ungefährlich, betonte Plöger. "Alles, was Sie in den Kühltruhen haben, können Sie beruhigt essen", sagte der Landrat an die Adresse der Bürger. Selbst der - nicht übliche – Verzehr rohen Fleisches wäre unbedenklich. Auch für andere Tiere bestehe keine Gefahr. "Haustiere können weiterhin in Ruhe gestreichelt werden", sagte Plöger. Aufgrund gesetzlicher Vorschriften wurde aber die Tötung des betroffenen Geflügelbestandes angeordnet, um zu verhindern, dass sich im Laufe der Zeit das Virus verändert und dabei gefährlicher wird. Es handele sich nicht um den Erreger der sogenannte Vogelgrippe H5N1, sondern um das sogenannte Aviäre Influenzavirus Typ A Subtyp H5N3, das für Tiere nur eine gering krankmachende Wirkung habe.

Nach Angaben aus dem Landwirtschaftsministerium ist es das erste Mal, dass in Schleswig-Holstein auf einem Geflügelbetrieb die niedrigpathogene Art der Geflügelinfluenza festgestellt wurde. Anfang Dezember wurde demnach das Virus auf einem kleinen Geflügelbetrieb in Hessen nachgewiesen. Im vergangenen Jahr gab es einen Fall in Mecklenburg-Vorpommern, 2010 in mehreren Bundesländern.

Das Virus wurde jetzt im Zuge einer regulären Kontrolluntersuchung nachgewiesen, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Das Friedrich-Loeffler-Institut, das nationale Referenzlabor auf der Insel Riems, habe den Befund am Donnerstag bestätigt. Die Tiere wiesen zwar noch keinerlei Krankheitssymptome auf, trugen aber den Erreger in sich. Der Risikoanalyse des Instituts zufolge sei es wahrscheinlich, dass das Virus von Wildgänsen stamme, sagte Kreisveterinär Karlheinz Reisewitz. Der Virustyp wurde nach Angaben des Kieler Landwirtschaftsministeriums bereits bei Stockenten in Tschechien und bei Wildvögeln in Georgien nachgewiesen. Auch Schleswig-Holstein betreibe ein sogenanntes Wildvogelmonitoring, um mögliche Fälle aufzudecken.

Laut Ministerium gibt es mehrere Arten der Geflügelinfluenza. Die im Kreis Stormarn festgestellte Form (H5N3) ist niedrigpathogen, also gering krankmachend. Eine Ansteckung von Menschen sei nahezu ausgeschlossen, hieß es. Das Virus könne allerdings zur Geflügelpest oder Vogelgrippe mutieren, vor allem bei Hühnervögeln. Um das zu verhindern, würden befallene Bestände unverzüglich getötet. Der größte Teil der Geflügelhaltungen in Schleswig-Holstein wird in Ställen gehalten.

In Freilandhaltungen von Enten und Gänsen gibt es regelmäßig Kontrolluntersuchungen. Nach einer solchen Untersuchung durch eine Tierärztin in dem Tangstedter Betrieb sei in der vergangenen Woche der erste Nachweis durch ein privates Labor erfolgt. Die Behörden seien am Montag unterrichtet worden. Auf dem Bioland-Hof wird seit 23 Jahren Geflügel im Freiland gehalten. Noch nie habe es einen derartigen Vorfall gegeben, sagte Geschäftsführer Rolf Winter. Die Tiere hätten keinerlei Symptome gezeigt. "Die waren putzmunter." Er habe nach den ersten Tests sofort seine Kunden unterrichtet. Diese hätten ihm seine Offenheit hoch angerechnet. Nach der Desinfektion, der Entsorgung des Mists und weitere Kontrollen könne der Hof voraussichtlich im Februar schon wieder Geflügel halten, wie Kreisveterinär Reisewitz sagte.

(dpa/abendblatt.de)
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