12.11.12

Lübeck-Travemünde

Landessynode der Nordkirche: Wahlen im Mittelpunkt

Am Donnerstag beginnt in Lübeck-Travemünde die erste Landessynode der Nordkirche. Im Mittelpunkt steht die Wahl eines neuen Präses.

Foto: dpa
Morgenrot in Hannover
Die Landessynode der Nordkirche beginnt am Donnerstag (Symbolfoto)

Hamburg/Lübeck. Die Wahl eines neuen Präses steht im Mittelpunkt der ersten Landessynode der Nordkirche, die am Donnerstag in Lübeck-Travemünde beginnt. "Die Konstituierung dieser ersten Landessynode ist nach vielen Ereignissen der vergangenen Jahre, insbesondere nach den Tagungen der Verfassunggebenden Synode und dem Gründungsfest in Ratzeburg, ein weiterer bedeutender Schritt für das Zusammenwachsen unserer neuen Nordkirche", sagte Heiner Möhring, Präses der Verfassunggebenden Synode, am Montag in Hamburg. Im Rahmen eines Gottesdienstes in der St. Lorenz Kirche in Travemünde werden die 156 Synodalen zuvor feierlich auf ihr Amt verpflichtet.

"Die Landessynode ist mehrheitlich ehrenamtlich besetzt. Dies verdeutlicht, dass unsere Kirche nicht allein von Theologen geleitet wird, sondern von allen Getauften", sagte Thomas Baum, Vizepräses der Verfassunggebenden Synode. Am Donnerstagnachmittag wird die konstituierende Landessynode aus ihrer Mitte das Präsidium wählen, bestehend aus einem oder einer Präses und zwei Vize, die zusammen das Kirchenparlament leiten.

Bereits im August und September waren die ehren- und hauptamtlichen Synodalen der Kirchenkreissynoden sowie der Dienste und Werke gewählt worden. Hinzu kommen vier Professoren aus den Evangelischen Theologischen Fakultäten des Nordens. In einem letzten Schritt hatte die Vorläufige Kirchenleitung zwölf weitere Mitglieder berufen.

Insgesamt besteht das Kirchenparlament aus 97 ehrenamtlichen und 16 hauptamtlichen Mitgliedern sowie 39 Pastoren und den vier Professoren. Die Nordschleswigsche Gemeinde in Dänemark sowie die Evangelische Jugend entsenden weitere acht Mitglieder, die zwar Antrags- und Rederecht, jedoch kein Stimmrecht innehaben.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) ist ein Zusammenschluss der ehemaligen Landeskirchen von Nordelbien (Hamburg und Schleswig-Holstein), Mecklenburg und Pommern mit über 2,2 Millionen Kirchenmitgliedern. Die Nordkirche wird gemeinsam durch die Landessynode, die Kirchenleitung und den Landesbischof beziehungsweise die Landesbischöfin geleitet.

Die nun in Travemünde tagende Landessynode ist die erste dieser drei Institutionen, die auf Grundlage der neuen Verfassung ihre Arbeit aufnimmt. Die erste Kirchenleitung wird im Februar gewählt, der Landesbischof oder die Landesbischöfin voraussichtlich im Frühjahr 2013.

Die neue Nordkirche in zehn Daten
Die neue Nordkirche in zehn Daten
Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und der Pommerschen Evangelischen Kirche.
Damit wird sie die fünftgrößte der evangelischen Landeskirchen, ihr Territorium reicht von Flensburg bis Usedom, also von der dänischen bis zur polnischen Grenze.
Kirchenkreise: 13
Kirchengemeinden: 1.045
Mitglieder: 2,25 Millionen
Pastoren: 1.769
Kirchliche Mitarbeiter: 18.996
Jahresbudget: 420 Millionen Euro
Sitz der Bischöfe: Landesbischof/Landesbischöfin in Schwerin (wird 2013 von der Landessynode gewählt)
Bischof im Sprengel Hamburg und Lübeck mit Sitz in Hamburg
Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern mit Sitz in Greifswald,...
... in der Übergangszeit bis etwa 2019 wird dieses Amt von zwei Bischöfen mit Sitz in Schwerin und Greifswald gemeinsam wahrgenommen
Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein mit Sitz in Schleswig
Höchstes beschlussfassendes Organ ist die Landessynode mit 156 Mitgliedern
Wie es zur "Nordkirche" kam
Chronologie einer ungewöhnlichen Fusion
9. März 1999: Die Evangelischen Kirchen von Nordelbien, Mecklenburg und Pommern schließen einen Kooperationsvertrag, der u.a. den Austausch von Pastoren vorsieht. Interner Projektname ist "NEK-MEK-PEK".
10. Januar 2004: Mecklenburg und Pommern beginnen Gespräche über eine mögliche Fusion beider Landeskirchen.
16. Oktober 2006: Die pommersche Synode plädiert für Fusionsgespräche mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg (schlesische Oberlausitz), obwohl bereits ein Rahmenvertrag für die Fusion mit Mecklenburg ausgehandelt wurde.
28. Februar 2007: Nordelbien lädt angesichts der verfahrenen Situation Mecklenburg und Pommern zu "Sondierungsgesprächen" ein.
14. Juni 2007: Beginn der offiziellen Sondierungsgespräche.
November 2007: Nach Vorlage erster gemeinsamer Eckdaten votieren alle drei Synoden für offizielle Fusionsverhandlungen.
5. April 2008: Die Synoden in Mecklenburg und Pommern sprechen sich in getrennten Tagungen mehrheitlich für die Gründung der "Nordkirche" aus.
28. April 2008: Die drei Kirchenleitungen schlagen Lübeck als Standort für Landeskirchenamt und Landesbischof vor.
5. Februar 2009: In Ratzeburg unterzeichnen die Kirchenleitungen den Vertrag. Entgegen der Planung wird Kiel Standort des Landeskirchenamtes. Schwerin soll Sitz des Landesbischofs werden. Nordelbien verschiebt die für 2009 geplante Wahl eines neuen Landesbischofs auf die Zeit nach der Fusion.
28. März 2009: Nach kontroversen Debatten stimmen die Synoden der drei Landeskirchen auf getrennten Tagungen zeitgleich dem Fusionsvertrag mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit zu.
27. Mai 2009: Die drei Kirchenleitungen einigen sich bei einer ersten gemeinsamen Sitzung darauf, dass die Fusion Pfingsten 2012 in Kraft treten soll.
29. Oktober 2010: Die Verfassunggebende Synode kommt in Lübeck-Travemünde erstmals zu dreitägigen Beratungen zusammen. Der offizielle Name wird von "Evangelische Kirche im Norden" in "Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland" geändert. Als Kurzform ist "Nordkirche" auch im offiziellen Schriftverkehr zulässig.
Quelle: dpa
(HA/dpa)
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Travemünde

Verfassungs-Synode der Nordkirche

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