08.08.12

Mars-Rover "Curiosity"

Kamera ausgefahren und Panorama-Foto geschickt

Auf dem noch sehr gering aufgelösten Schwarz-Weiß-Bild sind Hügel am Horizont zu erkennen. Panorama-Foto soll in den nächsten Tagen folgen.

Washington. Ein Foto der Landestelle des Forschungsroboters "Curiosity" – aufgenommen von der Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" – hat Wissenschaftler begeistert. Auf dem am Dienstag (Ortszeit) von der Nasa veröffentlichten Bild sind "Curiosity" und die Bestandteile seines komplizierten Landemanövers zu sehen: Der Hitzeschutz liegt etwa einen Kilometer, die Kapsel, der Kran und der Fallschirm rund 600 Meter vom Rover entfernt.

"Das Bild befriedigt nicht nur unsere Neugier, es kann auch wichtige Informationen darüber geben, wie diese Bestandteile die Landung gemeistert haben, und darüber, wo genau der Rover ist", sagte Nasa-Manager Mike Watkins bei einer Pressekonferenz im kalifornischen Pasadena.

Am Mittwoch veröffentlichte die Nasa zudem das erste Panorama-Foto der Umgebung des Rovers. Auf dem noch sehr gering aufgelösten Schwarz-Weiß-Bild sind Hügel am Horizont zu erkennen. Ein Panorama-Foto in besserer Qualität erwartet die Nasa in den kommenden Tagen. "Curiosity" konnte das aus mehreren Einzelaufnahmen zusammengesetzte Foto mit einer Kamera in einem Mast aufnehmen, den der Rover inzwischen ausgefahren hat. "Das hat alles sehr gut funktioniert", sagte die Nasa-Managerin Jennifer Trosper bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Auch alle Antennen, die die Kommunikation mit der Erde erleichtern sollen, liefen nun. "Sie schicken uns jede Menge Daten." Eine der Antennen hatte zuvor nicht genau in die korrekte Richtung gezeigt. Das Problem sei so gut wie behoben.

Auf dem ersten Farbfoto, das "Curiosity" nach zahlreichen Schwarz-Weiß-Bildern geschickt hat, ist eine rötlich-braune Landschaft mit Hügeln im Hintergrund zu erkennen. "Das ist das erste Farbfoto von der Gegend, in der wir gelandet sind", sagte Ken Edgett, der mit seinem Unternehmen Kameras für die Marsmission konstruiert hat. "Es ist wirklich sehr aufregend." Die Qualität der Aufnahme ist allerdings nicht optimal, da die Kamera noch von einer durchsichtigen Schutzhülle bedeckt wird.

+++Das ist das erste Farbfoto vom Mars+++

+++Das Bildmaterial wird immer hochauflösender+++

Anhand der gesammelten Informationen müssen Nasa-Wissenschaftler entscheiden, wohin sie den Rover genau rollen lassen wollen. "Sie treffen sich jeden Tag und arbeiten an einem Plan, in dem sie Prioritäten festlegen", sagte Watkins. Es werde aber noch mindestens einige Wochen dauern, bis der Rover losrollen könne.

"Curiosity" war am Montag nach rund acht Monaten Flug auf dem Mars gelandet. Es ist die bisher teuerste und technisch ausgefeilteste Mission zur Erkundung des Roten Planeten.

Mit Material von dpa

Die Instrumente der Curiosity
Der fast eine Tonne schwere Marsrover "Curiosity" ist mit zahlreichen Analysegeräten ausgestattet. Etwa zwei Meter über dem Marsboden trägt er zwei Kameras an einem Mast. Sie können sowohl den Nahbereich als auch die Ferne überblicken.
Die "ChemCam" besitzt unter anderem einen starken Laser und ein kleines Teleskop. Beide werden auf einen Stein oder den Boden im Umkreis von sieben Metern gerichtet. Ein Laserpuls hoher Energie lässt am Stein eine Plasmawolke entstehen.
Das ausgesendete Licht empfängt das Teleskop und leitet es an ein Spektrometer weiter. Dessen Daten ermöglichen Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Probe. Hinzu kommt das "APXS" ("Alpha-Particle X-ray Spectrometer"), ein Röntgenspektrometer.
Am Ende des Roboterarms ist der "Mars Hand Lens Imager" ("Mahli") angeschraubt. Diese Kamera liefert Bilder aus dem Nahbereich und kann die Kristallzusammensetzung von Bodenproben zeigen. Die Bilder helfen besonders den Mars-Geologen.
Die Geologen profitieren auch vom "CheMin", einem Röntgenspektroskop. Pulverisierte Proben werden dort durchleuchtet, um die exakte Zusammensetzung zu bestimmen. Das hilft auch dabei, die Frage zu klären, ob der Mars einst eine geeignete Umgebung für Leben war.
Hinzu kommt das Gerät "Sample Analysis at Mars" ("Sam"), unter anderem ist das ein Massenspektrometer mit aufwendiger Probenvorbereitung. Bodenproben werden in einem Mini-Ofen erhitzt, sie verdampfen Inhaltsstoffe, die dann ins Massenspektrometer strömen. Unter anderem werden damit Methan, Edelgase, Wasser oder Kohlendioxid aufgespürt.
Der "Radiation Assessment Detector" ("Rad") analysiert die Teilchenstrahlung auf dem Planeten. Windgeschwindigkeit und -richtung, Druck, relative Feuchtigkeit, Luft- und Bodentemperatur sowie ultraviolette Strahlung werden von den Geräten des "Remote Sensing Mast" ("RSM") bestimmt.
Eine weitere Kamera namens "Mardi" ("Mars Descent Image") filmt den Abstieg des Rover ab dem Moment, von dem der Hitzeschild ausgeklinkt wird. Das Objektiv ist direkt nach unten auf den Boden gerichtet.
Schaufel, Bohrer und Bürsten und ein Roboterarm komplettieren die Ausstattung. Der Einsatz aller Geräte muss sorgfältig geplant werden: Die zur Verfügung stehende Energie ist begrenzt. Zudem lassen sich nicht beliebig viele Daten vom Mars zur Erde oder Befehle in die andere Richtung übertragen.
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