Genf

Winter in der Arktis – aber Forscher messen Hitzewellen

Genf. Klimaforscher haben nach dem Wärmerekord im Jahr 2016 im gerade auf der Nordhalbkugel zu Ende gegangenen Winter weitere alarmierende Wetterdaten aufgezeichnet. Mindestens drei Mal sei es in der Arktis zu so etwas wie Hitzewellen gekommen, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO). Mächtige atlantische Stürme hätten feucht-warme Luft in die Arktis gebracht. Auf dem Höhepunkt des Winters und der eigentlichen Gefrierperiode habe es Tage mit Temperaturen fast am Schmelzpunkt gegeben. Das habe den polaren Jetstream – einen der Windströme, die sich um den Planeten ziehen – und damit das Wetter global beeinflusst.

"Wir sehen bemerkenswerte Veränderungen auf dem Planeten, die die Grenzen unseres Verständnisses des Klimasystems erreichen", sagte WMO-Direktor David Carlson. "Wir betreten hier absolutes Neuland." Durch den Einfluss der polaren Hitzeepisoden auf den Jetstream sei es in den USA und Kanada Anfang 2017 ungewöhnlich mild und auf der arabischen Halbinsel und in Nordafrika ungewöhnlich kalt gewesen. 2016 sei nicht nur das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1880 gewesen. Auch die Oberflächentemperatur der Meere habe Rekordwerte gehabt.

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