15.10.12

Weltraum

Wasser im Mondboden dank Sonnenwind

Forscher aus den USA haben herausgefunden, dass der Boden auf dem Mond Wasser enthält. Quelle der Feuchtigkeit: Sonnenwind.

Foto: Nasa
Sonnenwind erzeugt Wasser auf dem Mond
Die Apollo 11-Aufnahme zeigt die von Kratern übersäte Mondoberfläche, die allesamt durch die Einschläge von kleinen Körpern im Sonnensystem herrühren. In Bodenproben aus dem "Apollo"-Programm haben Forscher Spuren von Wasser gefunden. Der Hauch von Feuchtigkeit ist offensichtlich ein Produkt des Teilchenregens von der Sonne, wie die Gruppe um Yang Liu von der Universität von Tennessee in Knoxville im britischen Fachblatt "Nature Geoscience" berichtet

London. Er leuchtet am Himmelszelt, doch für fruchtbare Wasserlandschaften ist der Mond nicht gerade bekannt. Doch die Mondoberfläche ist nicht ganz so staubtrocken wie gedacht: In Bodenproben aus dem "Apollo"-Programm haben Forscher Spuren von Wasser gefunden. Der Hauch von Feuchtigkeit ist offensichtlich ein Produkt des Teilchenregens von der Sonne, wie die Gruppe um Yang Liu von der US-Universität von Tennessee in Knoxville im britischen Fachblatt "Nature Geoscience" berichtet.

Raumsonden hatten auf dem Mond bereits Hinweise auf Wasser entdeckt, im Mondboden selbst war es aber noch nicht nachgewiesen worden. Die Forscher analysierten die Bodenproben 10084, 64501 und 70051 aus den sogenannten Maren und dem Hochland des Mondes, die mit den "Apollo"-Missionen 11, 16 und 17 der US-Raumfahrtbehörde Nasa auf die Erde zurückgekehrt waren.

Der Boden enthält zahlreiche verglaste Fragmente, sogenannte Agglutinate. Sie sind durch das Schmelzen des Bodens bei Meteoriteneinschlägen entstanden. In diesen gläsernen Fragmenten ist die chemische Zusammensetzung besonders gut eingefroren. Dort fanden die Forscher 200 bis 300 Teile Wasser pro einer Million Teile Boden (200 bis 300 ppm). Das Wasser tritt dabei sowohl in der molekularen Form als H2O auf, als auch in Form des Hydroxyl-Radikals OH.

Dieses Mondwasser stammt offensichtlich nicht von Kometen oder wasserreichen Asteroiden, die als Quelle der irdischen Weltmeere gelten. Denn dem Mondboden fehlt sogenanntes schweres Wasser, wie es sich in Promillebruchteilen in den Ozeanen der Erde findet. Schweres Wasser besitzt statt der gewöhnlichen Wasserstoffatome ein oder zwei Deuteriumatome (D), die neben dem üblichen Proton auch ein Neutron im Atomkern haben.

Die Forscher schließen daraus, dass das Mondwasser vom Sonnenwind erzeugt wird. Die Sonne bläst pro Sekunde etwa eine Million Tonnen Material ins Weltall hinaus, hauptsächlich Wasserstoffatomkerne. Dieser Teilchenstrom, der an der Erde wegen ihres Magnetfelds zum großen Teil vorüberzieht, schlägt mit rasantem Tempo auf dem Mondboden ein. Dort dringt er in den Boden ein und formt Hydroxyl-Radikale sowie Wassermoleküle.

Die Sonne besitzt jedoch so gut wie kein Deuterium – es ist bei der Entstehung unseres Sterns mit gewöhnlichem Wasserstoff zu Helium verschmolzen. Das Fehlen des schweren Wassers weist daher auf einen solaren Ursprung des Mondwassers, argumentieren die Wissenschaftler. Der Prozess stelle nicht nur für den Mond, sondern auch für andere Objekte im inneren Sonnensystem eine bislang unbekannte Quelle für Wasser dar, schreibt die Gruppe um Liu.

dpa
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Das Ende von Sportchef Frank Arnesen (l.) beim HSV ist beschlossen. Andreas Rettig (M.) sagte den Hamburgern bereits ab. Nun gilt Jörg Schmadtke als Favorit auf die Nachfolge Arnesens
Aktualisiert vor 20 MinutenHSV
Arnesen-Ende beschlossen! Rettig sagt ab – kommt Schmadtke?

Der Aufsichtsrat hat beschlossen, nicht mit Arnesen in die neue Saison zu gehen. Wunschkandidat Rettig sagte dem HSV bereits ab. Gespräche mit Magath, Schmadtke gilt als neuer Favorit. mehr...

Menschenleeres Freibad
Aktualisiert vor 20 MinutenWetter
Schietwetter: Freibäder machen schon wieder dicht

Die Anlagen in Hamburg leiden unter dem anhaltenden schlechten Wetter. Die Feuerwehr rückte zu rund 100 Einsätzen aus, um vollgelaufene Keller und überflutete Straßen abzupumpen. In Winterhude lief… mehr...

michel_spielplatz2_HA_Bilder__Fotogalerien_Hamburg.jpg
15:19Großveranstaltung
Neues Konzept: Mehrere Weiße Dinner an einem Abend

Die Initiatorin des Weißen Dinners kündigte an, ihr Konzept auszuweiten. Sie ruft Stadtteilinitiativen dazu auf, eigene Dinner auf die Beine zu stellen. mehr...


Schlickgras auf einem Strand bei Sylt (Archivbild)
13:34Giftpilz im Schlickgras
Hochgiftiger Parasit an der Nordseeküste entdeckt

Experten sind in Sorge, dass dadurch Schafe, Hunde oder sogar Kinder gefährdet sein könnten. Der Giftpilz wurde im Schlickgras an der gesamten Wattenmeerküste von den Niederlanden bis nach Dänemark… mehr...

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
Probe-Flug
Erster Karbon-Kevlar Helikopter stürzt ins Wasser

Testurteil: Verbesserungswürdig. In der Erprobungsphase stürzte der Hubschrauber nach 200 Flugstunden mit zwei Personen an Bord ins Meer.…mehr »

Top Bildergalerien mehr
Hamburg

Starkregen verursacht zahlreiche Schäden

Monster-Tornado in Oklahoma

Handball

HSV Hamburg schlägt die Füchse Berlin

Rothenburgsort

Reh vor dem Ertrinken gerettet

tb_meravis.gif
Meravis

Neuer Raum für Hamburgmehr

Highlights