Genforschung Make-up für die Zellen

Die Proteine, die von den eingeschleusten Genen produziert werden, fluoreszieren in verschiedenen Farben: Das blau leuchtende markiert den Zellkern, das Skelett der Zelle zeichnet sich gelb ab, das violett leuchtende Protein bindet an die Zelloberfläche, und die Farbe Rosa markiert die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen.

Foto: PSI / Paul Scherrer Institut

Die Proteine, die von den eingeschleusten Genen produziert werden, fluoreszieren in verschiedenen Farben: Das blau leuchtende markiert den Zellkern, das Skelett der Zelle zeichnet sich gelb ab, das violett leuchtende Protein bindet an die Zelloberfläche, und die Farbe Rosa markiert die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen.

Grenoble/Villigen. Rein optisch ist es vergleichbar mit einem Make-up-Pinsel, der gleichzeitig Rouge, Lidschatten, Highlighter, Mascara und Lippenstift aufträgt: Französische Wissenschaftler haben mit dem sogenannten MultiLabel ein Verfahren entwickelt, mit dem sie zeitgleich mehrere Komponenten in Säugetierzellen bunt fluoreszierend markieren können.

Den Forschern geht es jedoch nur in zweiter Linie um den Farbeffekt. Das eigentlich Neue an der Technik ist, dass sich ein Satz von mehreren Genen in einem Schritt ins Erbgut von Säugerzellen einschleusen lässt. Bisher war dies nur bei Insektenzellen und Bakterien möglich, sagen die Forscher vom European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Grenoble (Frankreich) und des Paul-Scherrer-Instituts (PSI) in Villigen (Schweiz).

Über ein Trägervehikel, ein sogenanntes Plasmid, werden die Gene mit zusätzlichen Steuerungselementen in die Zelle eingebracht und stellen hier zeitgleich mehrere Proteine her. Dieses Verfahren sei fundamental für die Krebsforschung, schreiben Imre Berger vom EMBL und Philipp Berger vom PSI. Jedoch könnten Systembiologen zum Beispiel auch Stoffwechselprozesse in den Zellen besser analysieren oder Zellen könnten, durch Zugabe bestimmter Gene, in Stammzellen zurückverwandelt werden.

Die Szene dauert in der Realität drei Stunden.

Quelle: Paul Scherrer Institut