04.04.12

Nordrhein-Westfalen

Dioxin in Bio-Eiern entdeckt - Ermittlungen auf Hochtouren

In Eiern eines Hofes mit 25.000 Legehennen im Kreis Minden-Lübbecke sind um bis zu sechsfach erhöhte PCB-Werte festgestellt worden.

Foto: picture alliance/chromorange
Mit der krebsauslösenden dioxinähnlichen Verbindung PCB (Polychlorierte Biphenyle) belastete Eier aus einem Bio-Hof in Nordrhein-Westfalen sind letztmals am 7. März in den Verkauf gelangt
Mit der krebsauslösenden dioxinähnlichen Verbindung PCB (Polychlorierte Biphenyle) belastete Eier aus einem Bio-Hof in Nordrhein-Westfalen sind letztmals am 7. März in den Verkauf gelangt

Düsseldorf. In Eiern aus einem Bio-Betrieb in Nordrhein-Westfalen sind überhöhte Werte von dioxinähnlichem PCB (Polychlorierte Biphenyle) festgestellt worden. Zuerst seien die Werte bei Eigenkontrollen durch ein privates Labor aufgefallen, daraufhin seien amtliche Proben genommen und untersucht worden, teilte das Düsseldorfer Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerium am Mittwoch mit. Das zuständige Veterinäruntersuchungsamt verzeichnete demnach zum Teil Werte, die um das Drei- beziehungsweise Sechsfache über dem erlaubten Höchstwert lagen.

Bei den Dioxinfunden handelt es sich nach dem bisherigen Erkenntnisstand der Behörden um einen Einzelfall. In dem auf dem Hof aktuell für rund 25.000 Legehennen verwendeten Futter seien keine Dioxin-Verunreinigungen gefunden worden. Genauere Erkenntnisse erhoffe man sich von der Analyse der Rückstellproben des älteren Futters. Der Lieferant des Futters sitze in Niedersachsen. Die dortigen Behörden seien eingeschaltet worden.

Ermittlung der Ursachen auf Hochtouren

Bislang sei unklar, wie das PCB in die Eier gelangte, hieß es. Die Untersuchung der verwendeten Futtermittel habe keine erhöhte PCB-Belastung ergeben. Die Ermittlung der Ursachen laufe auf Hochtouren. Betroffen seien zwei von vier Ställen des Betriebes. Es würden weitere Proben auch von Eiern aus den Ställen genommen, bei denen bisher keine Überschreitungen der Werte festgestellt wurden.

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Eine akute Gefährdung durch den Verzehr belasteter Eier sei nicht zu erwarten. Allerdings seien mittel- und langfristig gesundheitliche Schädigungen durch den Verzehr dioxinbelasteter Eier nicht auszuschließen, erklärte das Ministerium. Zuletzt seien Eier des Betriebes am 7. März mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 31. März in den Verkauf gelangt. Seitdem sind sämtliche erzeugten Eier gesperrt und dürfen nicht verkauft werden. Der Betrieb beliefert nach Angaben des Ministeriums vor allem Supermärkte. Nach einem Bericht des WDR-Hörfunks liegt er im ostwestfälischen Kreis Minden-Lübbecke. Das Ministerium wollte sich dazu nicht äußern.

Auf dem Hof werden die Legehennen in vier Ställen gehalten. Bei Eiern aus zwei Ställen seien deutlich überhöhte Dioxinwerte festgestellt worden, bei Eiern aus den beiden anderen Stallungen leicht erhöhte Werte. Die Dioxinanalysen seien aufwendig, sagte der Ministeriumssprecher. Ergebnisse würden deshalb voraussichtlich nicht vor Freitag vorliegen.

Mit Material von dpa und epd

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