25.01.13

Influenza

Epidemiologin: Stehen erst am Anfang einer Grippewelle

Robert Koch-Institut erwartet eine deutliche Steigerung der Grippefälle in den nächsten Wochen. Impfung empfohlen - auch für Schwangere.

Foto: DPA
Grippe-Impfungen in Mecklenburg-Vorpommern gesichert
Das Robert Koch-Institut rät angesichts einer anhaltenden Grippewelle vor allem Älteren, chronisch Kranken und Schwangeren zur Impfung

Berlin/New York. Das Robert Koch-Institut (RKI) erwartet in den kommenden Wochen mehr Grippefälle in Deutschland. Derzeit stehe man erst am Anfang einer Grippewelle, sagte die Epidemiologin Silke Buda vom RKI im ZDF-"Morgenmagazin" am Freitag. "Die Zahlen steigen noch deutlich, und das erwarten wir auch für die kommenden Wochen." Jetzt seien der Abstand zu bereits Erkrankten und häufiges Händewaschen gute Mittel, um sich nicht anzustecken.

"Die Impfung ist nach wie vor die beste Möglichkeit, sich vor der Grippe zu schützen", sagte die Expertin. Vor rund zwei Wochen hatte das Institut mitgeteilt, dass die aktuelle Grippesaison sehr früh begonnen habe. Vor allem Älteren, chronisch Kranken und Schwangeren wird eine Impfung empfohlen. Im Winter 2011/2012 war die Grippewelle in Deutschland sehr schwach ausgefallen.

Studie: Impfung auch für Schwangere geeignet

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut seit 2010 Frauen, die während der Influenzasaison schwanger sind, eine Grippeimpfung. Eine großangelegte norwegische Studie hat jetzt bestätigt, was seit Jahren gängige Meinung unter Medizinern ist: Lässt sich eine schwangere Frau gegen Grippe impfen, ist das Risiko für das ungeborene Kind gering.

"Das ist die Information, die wir brauchen, wenn wir mit unseren Patienten über die Bedeutung einer Grippeimpfung für alle, insbesondere für schwangere Frauen, diskutieren", sagt Geeta Swamy vom Klinikum der Duke University in Durham im US-Staat North Carolina. Bei vielen Menschen gibt es große Bedenken gegen die Einnahme von Medikamenten oder die Verabreichung von Impfstoffen während der Schwangerschaft aus Angst, die Mittel könnten dem Fötus schaden. Dieser Angst wirkt die aktuelle Studie entgegen. "Die Impfung ist sicher", sagt Denise Jamieson von der US-Gesundheitsbehörde CDC.

Die im "New England Journal of Medicine" veröffentlichte Untersuchung ergab, dass das Risiko einer Fehl- oder Totgeburt sogar größer ist, wenn eine Frau während der Schwangerschaft an Grippe erkrankt, als wenn sie sich gegen Influenza impfen lässt. Für die Arbeit wurden die Daten von mehr als 113.000 schwangeren Frauen in Norwegen in den Jahren 2009/10 ausgewertet. Geleitet wurde die Studie von Wissenschaftlern des Norwegischen Instituts für öffentliche Gesundheit.

(dpa/dapd)
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