19.01.13

Auto

Typische TÜV-Mängel – das kann teuer werden

Wer bei der Hauptuntersuchung durchfällt, kommt um eine Reparatur nicht herum. Teuer wird es beim Katalysator

Foto: Christian Thiesen
Trittau
Ein TÜV-Ingenieur bei der Begutachtung unter einem Auto

Bis dass der TÜV uns scheidet - solche Aufkleber schmücken oft alte Rostlauben. Dabei können natürlich auch Hauptuntersuchungen (HU) bei Dekra, GTÜ und KÜS ein Trennungsgrund sein. Denn egal, welche Prüforganisation die Mängel findet, ihre Beseitigung kostet.

Damit stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Wirtschaftlichkeit: Reparieren oder Endstation Schrottplatz? Am besten dran ist natürlich, wer sich ein neues Auto kaufen kann. Denn ab dem Tag der ersten Zulassung vergehen drei Jahre, ehe die Prüfer zur Visite bitten. Wer sich jedoch nur einen Gebrauchten mit frischer Plakette leisten kann, steht schon nach 24 Monaten wieder vor den strengen Herren im Kittel. Und verlässt sie, wenn es dumm läuft, wieder mit einer langen Mängelliste. Außerdem bitte nicht vergessen: Jüngere Fahrzeuge leiden unter hohem Wertverlust.

Da kann es wirtschaftlicher sein, doch lieber die alte Kiste zu reparieren. Vor allem, wenn nur mechanische Wehwehchen zu kurieren sind. Denn alles, was mit Schrauben verbunden ist, lässt sich halbwegs preiswert in Ordnung bringen. Teuer wird es jedoch, wenn der Rost das Blech durchlöchert hat, Schweiß- und Lackierarbeiten nötig macht. Dann klettert die Rechnungssumme schnell in vierstellige Regionen.

Bei verzinkten Autos wie Volkswagens Golf IV ist Rost kaum ein Problem. Eher schon Ölverlust aus alten und deshalb verhärteten Dichtungen. Ist es der hintere Dichtring der Kurbelwelle, werden 500 Euro fällig. Akkurat ausgeführt, stoppt die Reparatur den Ölfluss aber für viele Jahre. Noch teurer wird es bei unserem Kandidaten, einem Golf IV, Baujahr 1999, 152.000 Kilometer gelaufen, wenn der Katalysator wegen Alterung ausfällt. Zum Beispiel wegen Verstopfung oder weil sich ein Keramik-Block im Gehäuse losrappelt. Dann stehen 890 Euro Reparaturkosten zu Buche (siehe Tabelle).

Eine Lebensversicherung sind die Bremsen. Die Bremsbeläge sollten mindestens eine Stärke von zwei Millimetern haben. Und zwar ohne Trägerplatte, sonst gibt es keine Plakette. Ein Satz neue Klötze kostet etwa 135 Euro. Etwas mehr ist für Federn, die immer achsweise erneuert werden sollen, zu zahlen, nämlich 180 Euro. Meist bricht hier nur die oberste oder unterste Windung ab, was oft gar nicht bemerkt wird.

Ein weiterer Grund, durch die Hauptuntersuchung zu rasseln, sind große Steinschläge auf der Frontscheibe im Sichtfeld des Fahrers. Eine neue Scheibe kostet 385 Euro, wenn die Versicherung nichts dazubezahlt. Gern vergessen bei der Lichtdurchsicht wird die Kennzeichenbeleuchtung. Das gilt ebenso für die Nebelschlussleuchte. Eine neue Lampe, selbst eingebaut, gibt es bereits für einen Euro. Auch günstig: Für Wischblätter sind bei eigener Montage 33 Euro fällig.

Warum wir uns für diese Geschichte ausgerechnet einen Golf IV gewählt haben? Ganz einfach: Er ist auf Deutschlands Straßen am häufigsten vertreten.

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