21.11.12

Neue Generation

Mercedes neue S-Klasse fährt fast allein

Die nächste Generation hat zahlreiche verbesserte Assistenzsysteme. Glühbirnen benötigt der neue Mercedes nicht mehr.

Foto: mercedes
Der Fahrer muss die Hände bei der kommenden S-Klasse zwar am Steuer haben, doch vieles regelt das Auto selbst
Der Fahrer muss die Hände bei der kommenden S-Klasse zwar am Steuer haben, doch vieles regelt das Auto selbst

Es dauert zwar noch fast ein Jahr, bis die Mercedes S-Klasse in die nächste Generation geht. Doch so langsam fangen die Schwaben an, Details ihres neuen Flaggschiffs zu nennen. Dabei lenken sie den Blick auf eine Disziplin, in der die Luxuslimousine schon immer ganz vorne war: den Unfallschutz. Die Ingenieure setzen vor allem auf eine neue Stereo-Kamera, die hinter dem Innenspiegel montiert ist, bis zu 500 Meter weit vorausschauen kann und der Elektronik eine Art räumliches Sehen ermöglicht. Das ist die Basis für zahlreiche neue oder zumindest verbesserte Assistenzsysteme.

So erkennt die S-Klasse nun im Stadtverkehr zum Beispiel nicht nur vorausfahrende Autos, sondern auch querende Fußgänger und steigt automatisch in die Eisen, bevor es zu einem Unfall kommt. Dieselbe Technik nutzen die Ingenieure für das unfallfreie Passieren von Kreuzungen: Auch hier scannt die Kamera den Querverkehr, berechnet Richtungen sowie Geschwindigkeiten und warnt unaufmerksame Fahrer. Falls der Mensch dann nicht schnell oder fest genug auf die Bremse tritt, regelt die Maschine nach: Mit maximalem Bremsdruck bringt sie das Auto schnellstmöglich zum Stehen.

Die neue Kamera steigert allerdings nicht nur die Sicherheit, sondern auch den Komfort - zum Beispiel im Stau. Weil das Auto jetzt den perfekten Überblick hat, hält die S-Klasse automatisch den Abstand zum Vordermann und zentriert sich von alleine in der jeweiligen Fahrspur. Dabei hängt sie sich je nach Tempo an den Vorausfahrenden und wechselt mit ihm bei entsprechendem Freiraum sogar die Spuren.

Zwar muss man laut Gesetz immer noch die Hände am Lenkrad halten, sonst schaltet der Quasi-Autopilot nach 15 Sekunden ab. Doch spürt man bei der ersten Testfahrt im Simulator schnell eine gewisse Entlastung, weil die Arbeit tatsächlich das Auto macht. Und das ist nur der Anfang. Denn die Vision vom autonomen Fahren rückt damit immer näher und ist für die Entwickler kein Tabu-Thema mehr.

Abschied von einer traditionellen Vorstellung muss man in der S-Klasse auch in anderen Bereichen nehmen: zum Beispiel beim Licht. Als erstes Auto der Welt kommt der Luxusliner ganz ohne Glühbirnen daher. Nicht nur die Innenraumbeleuchtung bis ins Handschuhfach, sondern auch Rücklichter und Frontscheinwerfer arbeiten serienmäßig mit LED-Technik.

Künftig fährt die S-Klasse außerorts fast immer mit Fernlicht - und wird trotzdem nicht zum Blender. Denn die Kamera scannt das Umfeld und steuert die Scheinwerfer so, dass vorausfahrende oder entgegenkommende Fahrzeuge im Lichtkegel geschickt ausgeblendet werden. Zwar dient die ganze Aufrüstung vor allem dem Selbstschutz, doch hat Mercedes auch ein Herz für die anderen Verkehrsteilnehmer. Nicht umsonst blinken die Schwaben nächtliche Fußgänger im Gefahrenbereich mit den Scheinwerfern an oder warnen den Hintermann mit flackernden Rücklichtern, wenn der dem Luxusliner zu dicht auf die Pelle rückt.

Kommt es, zum Beispiel an der roten Ampel, trotzdem zum Crash, baut der Pkw den maximalen Bremsdruck auf und stemmt sich dem Hintermann mit aller Macht entgegen. Das schützt die Insassen vor dem Schleudertrauma und verhindert, dass die S-Klasse auf den Vordermann geschoben wird. Das Heck mag dann zwar zerknittert sein. Aber zumindest der Bug und mit ihm der Stern bleiben unbeschadet.

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