30.10.12

Mobiles Internet

Über Bluetooth und auf schmalem Grat: Apps im Auto

Dank Smartphone sind wir überall online. Mit neuen Infotainment-Zentralen geht das auch im Auto – Verkehrsexperten sehen das kritisch.

Von Thomas Geiger
Foto: Daimler
Über Bluetooth und auf schmalem Grat - Apps im Auto
Tablet-Optik: Auf diesem Monitor in der Mercedes A-Klasse laufen auch Apps von Facebook und Twitter

Stuttgart/Köln. Ein paar Minuten ohne Facebook oder Twitter – für immer mehr Menschen ist das ein Horrorszenario. "Da bleibe ich lieber zu Hause, als unterwegs mal offline zu sein", fasst Bharat Balasubramanian aus der Mercedes-Forschungsabteilung die Ergebnisse seiner Kundenbefragungen im Silicon Valley zusammen. Weil die kleinen Programme auf den Smartphones, die sogenannten Apps, aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken sind, sehen sich die Autohersteller unter Zugzwang.

Vor allem in Fahrzeugen für jüngere Zielgruppen holen sie nicht nur das World Wide Web, sondern auch die Apps ins Cockpit. So hat Mercedes für die neue A-Klasse und demnächst auch für B-, C- und E-Klasse ein Drive-Kit im Programm, mit dem das iPhone und der Monitor in der Mittelkonsole vernetzt werden. Mittels Bildschirm können nicht nur Kontakte und Kurznachrichten gelesen, sondern auch Apps von Twitter oder Facebook aufgerufen werden, so der Hersteller.

Senden lassen sich mit Hilfe der Bedien- und Anzeigeinstrumente im Auto dann auch Nachrichten. Nutzer können eine Musikauswahl treffen, Wetternachrichten und Aktienkurse abfragen sowie Termine vereinen, erläutert Mercedes-Pressesprecher Matthias Brock. Unabhängig von Apples iPhone lassen sich über eine Bluetoothverbindung mit dem Handy auch andere Programme in das Command-System von Mercedes laden. Sie werden in einem eigenen App-Store hinterlegt. Dazu zählen solche, die online bei der Parkplatzsuche helfen oder die aktuellen Aktienkurse darstellen. Über ein Dutzend Apps sind derzeit geplant.

Auch BMW und die Tochter Mini haben einen App-Store entwickelt. Allerdings haben die Bayern nicht nur die üblichen Internetanwendungen vom sozialen Netzwerk bis zum Webradio im Programm. Auch automobile Themen haben sie berücksichtigt. So gibt es bei Mini eine Fahrspaß-App: Sie informiert über aktuelle Beschleunigungswerte und wichtige Fahrzeugkennzahlen von der Kühlwassertemperatur, über die Motorleistung bis hin zu Drehzahl und Drehmoment. Auch Wetterdaten erscheinen auf dem Bordcomputer.

Als erstes Modell von Audi ist der neue A3 mit einem ähnlichen Infotainment-Baukasten bestückt. In dem Kompaktwagen lassen sich ebenfalls spezielle Apps für Twitter oder Facebook installieren, sagt Pressesprecher Oliver Strohbach.

Solche Lösungen sind dabei längst kein Privileg für Fahrer von Autos der Premiumhersteller. Auch bei günstigeren Kleinwagen wie dem Toyota Auris und dem neuen Renault Clio gibt es Apps für Autofahrer. Wer im Clio sein Mobiltelefon gekoppelt hat und über die richtigen Schaltflächen auf dem Autobildschirm wischt, landet automatisch bei den Zusatzprogrammen: ein E-Mail-Dienst, ein spezieller Tweet, eine Wettervorhersage und ein Pannenservice seien bei entsprechender Ausstattung bereits vorinstalliert, meldet Renault.

Das R-Link genannte System ist stets online. So werden aktuelle Verkehrsinformationen, Restaurant- und Hoteltipps bei Renault direkt ins Cockpit geholt. Zunächst planen auch die Franzosen zwölf weitere Apps. Die erste ist bereits fertig: Sie heißt R-Sound Effect und simuliert abhängig von der Drehzahl des Clios einen anderen Motorenklang. So kann im Kleinwagen mit Dreizylinderbenziner das Röhren eines amerikanischen V8 erzeugt werden.

Bei der Integration der Zusatzprogramme wandern die Autohersteller allerdings auf einem schmalen Grat, räumt Audi-Sprecher Oliver Strohbach ein: "Auf der einen Seite wollen wir den Wünschen der Fahrer gerecht werden und möglichst viele Zusatzdienste bieten." Diese müssten aber nahtlos in die Bedienung des Autos integriert sein, damit das Handy in der Tasche bleiben könne. Selbst das Telefon nur zu halten, ist während der Fahrt verboten.

Apps über integrierte Handys zu nutzen, sei dagegen erst einmal legal, sagt Thomas Schuster von der Sachverständigen-Vereinigung KÜS in Losheim am See. Allerdings dürfe die Ablenkung nicht zu groß sein, so der Jurist und weist auf Paragraf 23 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) hin. Darin heißt es: "Der Fahrzeugführer ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden."

Vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) kommen kritischere Töne: "Es wird die volle Konzentration für die Straße benötigt", sagte Pressesprecherin Carla Bormann. Jede Ablenkung – auch durch die Apps der Infotainment-Systeme – berge ein erhöhtes Unfallrisiko. "Wir sehen selbst das erlaubte Telefonieren über eine Freisprechanlage kritisch, weil man sich dabei zu sehr auf die Inhalte des Telefonats konzentriert."

Fotodienst Instagram: Das Foto-Schaufenster fürs Smartphone
Fotodienst Instagram: Das Foto-Schaufenster fürs Smartphone:
Mit dem Vormarsch der Smartphones ist es so einfach wie noch nie geworden, Fotos immer und von überall miteinander zu teilen.
Dem Dienst Instagram, der jetzt für eine Milliarde Dollar von Facebook gekauft wurde, gelang es in nur zwei Jahren, eine starke Position in diesem Markt zu erobern.
Zu dem Erfolgsgeheimnissen gehören eine extrem einfache Bedienung und die Möglichkeit, Fotos mit Farbfiltern aufzupeppen.
Das Prinzip von Instagram erinnert an den Kurznachrichtendienst Twitter, nur dass es hier ausschließlich um Bilder geht.
Man kann den Foto-Strom anderer Nutzer abonnieren und die eigenen Bilder entweder allen oder nur einem ausgewählten Bekanntenkreis zugänglich machen.
Auf Wunsch können die Fotos mit Ortsmarkierungen und Schlagwörtern versehen werden.
Bislang konnte Instagram rund 30 Millionen Nutzer gewinnen, wobei der Dienst bis vor kurzen nur als iPhone-App existierte.
Die beiden Instagram-Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger tasteten sich allmählich zu dem heutigen Instagram-Konzept durch.
Erst probierten sie ihr Glück mit einer App Namens Burbn, die das Hochladen von Bildern mit einer Check-In-Funktion kombinierte.
Es zeigte sich jedoch, dass die Burbn-Nutzer vor allem auf das Teilen von Fotos aus waren.
Deshalb wagten sie nach mehreren Monaten Entwicklung im September 2010 einen Neustart mit Instagram.
Nach drei Monaten hatte der Dienst eine Million Nutzer, nach einem Jahr zehn Millionen.
Vergangene Woche kamen allein mit dem Start der Android-App auf einen Schlag eine weitere Million Anwender dazu. (dpa)
dpa
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