27.01.13

Nach Tod von Swartz

Anonymous hackt aus Rache Internetseite von US-Behörden

Wegen des Selbstmords von Online-Aktivist Aaron Swartz drohen die Hacker der US-Regierung mit der Veröffentlichung geheimer Dokumente.

Foto: dapd
Die Hacker-Gruppe Anonymous plant einen Angriff auf Facebook.
Die Hacker-Gruppe Anonymous hat nach eigener Aussage vertrauliche Daten der US-Behörde kopiert

Washington. Aus Rache drohen mutmaßliche Hacker der Gruppe Anonymous dem US-Justizministerium mit der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente. Nach einem Bericht des TV-Senders CNN seien die Hacker am frühen Sonnabendmorgen (Ortszeit) in eine Website der Behörde eingedrungen und hätten dort ihre Drohung zeitweise veröffentlicht. Die Hacker behaupten, mehrere Regierungsserver infiltriert und geheime Daten kopiert zu haben. Die Aktion sei ein Racheakt auf den Selbstmord des Internetaktivisten Aaron Swartz vor rund zwei Wochen.

Mit dem Tod des 26-jährigen Programmierers sei eine rote Linie überschritten, hieß es den Angaben zufolge in dem Schreiben, das mit Anonymous unterzeichnet gewesen sei. Die Autoren wehrten sich besonders gegen harte Strafen für Hacker. Der Internetauftritt der zum Justizministerium gehörenden Behörde war später zeitweise nicht mehr zu erreichen.

Der Suizid des jungen Amerikaners hatte die Online-Gemeinde aufgewühlt. Gegen Swartz sollte in Kürze ein Prozess eröffnet werden, ihm drohten bis zu 35 Jahre Haft und eine Millionenstrafe. Vorgeworfen wurde ihm, aus einer kommerziellen Datenbank im großen Stil Daten heruntergeladen und illegal veröffentlicht zu haben.

Swartz hatte sich erhängt und war vor zwei Wochen in seiner Wohnung im New Yorker Stadtteil Brooklyn tot aufgefunden worden. Er galt als Wunderkind, nachdem er als Teenager zur Entwicklung des RSS-Newsfeeds beigetragen hatte. Über Jahre setzte er sich für freien Zugang zu sämtlichen Inhalten des Internets und gegen Zensur ein.

Im Jahr 2011 wurde Swartz wegen des mutmaßlichen Diebstahls mehrerer Millionen Wissenschaftsmagazine aus einem Computerarchiv des Massachusetts Institute of Technology festgenommen. Er selbst beharrte stets auf seiner Unschuld. Im Februar hätte das Verfahren gegen ihn beginnen sollen. Diverse Internet-Aktivisten machen die US-Behörden deshalb für den Selbstmord des 26-Jährigen verantwortlich.

(dpa/dapd/abendblatt.de)
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