26.12.12

Konflikt mit Nordkorea

USA wollen Spionage-Drohnen an Südkorea verkaufen

Um ihrem Verbündeten im Konflikt mit Nordkorea beizustehen, wollen die USA Drohnen für die Spionage an Südkorea verkaufen.

Foto: dpa
US-Drohne
Eine Drohne vom Typ MQ-1 Predator

Washington. Die USA erwägen den Verkauf von Spionage-Drohnen an Südkorea und wollen damit ihren Verbündeten im Konflikt mit dem Nachbarn Nordkorea aufrüsten. Die Regierung um Präsident Barack Obama setzte den US-Kongress am Dienstag wie vom Gesetz vorgeschrieben von dem Vorhaben in Kenntnis. Südkorea wolle vier Drohnen vom Typ RQ-4 "Global Hawk" des US-Herstellers Nothrop Grunman zum Preis von 1,2 Milliarden Dollar kaufen und damit seine Überwachungskapazitäten ausbauen. Seoul hat seit rund vier Jahren Interesse an dem System. In den USA wird das Vorhaben seit langem kontrovers diskutiert. "Global Hawk" kann mutmaßlich aus großer Höhe mobile und immobile Ziele auch bei schlechtem Wetter ausspähen. Beobachter schließen nicht aus, dass ein Verkauf der unbemannten Kleinflugzeuge an Südkorea ein Wettrüsten in der Region nach sich ziehen könnte.

Nordkorea hatte Mitte Dezember mit dem Start einer Rakete scharfe Kritik der Staatengemeinschaft auf sich gezogen. Die USA, Südkorea, Japan und andere Länder vermuten den militärischen Test einer Waffe, die mit Atomsprengköpfen bestückt auch die USA erreichen könnte. Die USA und die Vereinten Nationen hatten den Start einen "hochprovokativen Akt" genannt, der gegen UN-Resolutionen verstoße. Nordkorea zufolge wurde indes lediglich ein Wettersatellit ins Weltall gebracht.

Streit um Nordkoreas Atomprogramm
Nordkoreas Atomwaffenprogramm beschäftigt seit Jahrzehnten die internationale Gemeinschaft.
Das Atomzentrum in Yongbyon, 90 Kilometer von der Hauptstadt Pjöngjang entfernt, wurde in den 1960er Jahren errichtet.
Etwa 20 Jahre später begann der Staat mit der Entwicklung von Nuklearwaffen.
Etappen des Dauerstreits:
1994: Im Juni erklärt Nordkorea seinen Austritt aus der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), bleibt aber seinen Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag unterworfen. Im Oktober unterzeichnen die USA und Nordkorea ein Abkommen; Nordkorea verpflichtet sich, sein Atomprogramm zu stoppen.
2003: Nordkorea tritt aus dem Atomwaffensperrvertrag aus. Die ersten Sechser-Gespräche zwischen Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Russland enden ohne Ergebnis.
2005: Im Februar bekennt sich das Regime zum Besitz von Atomwaffen. Es verpflichtet sich im September zur Aufgabe seines Atomprogramms, stellt die Vereinbarung aber wenig später wieder infrage.
2006: Mit Raketentests löst das Land im Juli scharfe Proteste aus. Im Oktober folgt der erste Atomtest.
2007: Im Februar sagt Nordkorea die Schließung der Anlage in Yongbyon innerhalb von 60 Tagen zu. Im Gegenzug soll es massive Energie- und Wirtschaftshilfe erhalten. Mit rund drei Monaten Verspätung wird der Reaktor im Juli abgeschaltet.
2008: Mit dem Abschuss mehrerer Testraketen im März demonstrieren die Nordkoreaner Stärke. Das Regime droht, die Stilllegung von Atomanlagen hinauszuzögern. Weil die USA die Diktatur zunächst nicht von der Liste der "Schurkenstaaten" streichen wollen, droht Pjöngjang im September mit der Wiederinbetriebnahme seines Reaktors Yongbyon.
2009: Der Start einer nordkoreanischen Rakete mit größerer Reichweite im April wird auch vom Weltsicherheitsrat verurteilt. Aus Protest gegen die Kritik steigt Nordkorea aus den internationalen Atomgesprächen aus. Nach einem weiteren nordkoreanischen Atomtest verschärft der UN-Sicherheitsrat seine Sanktionen.
2010: Die Existenz einer neuen Atomanlage in Nordkorea wird bekannt. Der US-Sonderbeauftragte für die Nordkorea-Politik, Stephen Bosworth, nennt die Anlage eine Provokation. Berichten zufolge schafft Nordkorea eine Kernfusion. Südkoreanische Forscher bezweifeln dies jedoch.
2011: Eine Expertengruppe kommt zu dem Schluss, dass Nordkorea weiter entwickelte Atomanlagen haben muss als bisher bekannt. Nach Angaben der Vereinten Nationen exportiert Nordkorea Atomraketen in den Iran und andere Krisengebiete. Im Juli und im Oktober treffen sich Vertreter der USA und Nordkoreas wieder zu Gesprächen über das Atomprogramm.
2012: Zum ersten Mal seit dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il im Dezember 2011 führen Washington und Pjöngjang wieder direkte Gespräche über das Atomprogramm. Am 29.2. verkündet Washington: Nordkorea ist zu einem Moratorium bei der Urananreicherung, Atom- und Raketentests bereit.
(abendblatt.de/rtr)
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