12.10.12

Vattenfall und E.on

Greenpeace-Aktivisten in AKW bleiben 40 Stunden unentdeckt

Umweltschützer versteckten sich in Transformator-Gebäude. Mehr als 70 Aktivisten hatten unbemerkt zwei Gelände von Atomkraftwerken besetzt.

Foto: AFP

Greenpeace-Mitglieder konnten mit Leitern auch in das Gelände des Eon-Atomkraftwerks Forsmark eindringen

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Hamburg. Zwei Aktivisten haben nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace das schwedische Atomkraftwerk Forsmark jetzt wieder verlassen. Sie sollen sich etwa 40 Stunden lang in einem Transformator-Gebäude auf dem Gelände aufgehalten haben und blieben dabei von der Polizei unentdeckt.

Während sie das Gebäude verließen, telefonierte einer der Aktivisten mit dem schwedischen Fernsehsender TV1. "Ich öffne gerade die Tür und wir verlassen das Gebäude. Nun schauen wir uns um und suchen nach der Polizei. Ah, dort. Hallo Officer!", wird der Aktivist auf greenpeace.de wiedergegeben.

An dem "friedlichen Stresstest" von Greenpeace hatten sich in der Woche mehr als 70 Aktivisten beteiligt. Dabei sind viele am Dienstag zunächst auf das Gelände des schwedischen Atomkraftwerks Ringhals eingedrungen, um auf das Thema Reaktorsicherheit aufmerksam zu machen. Betreiber des AKW ist der Energiekonzern Vattenfall. Zudem sind am gleichen Tag mehrere Greenpeace-Mitglieder auf das Gelände des schwedischen AKW Forsmark eingedrungen, das vom Energiekonzern E.on betrieben wird.

Auch in Ringhals blieben Aktivisten unentdeckt. "Die Betreiber (des AKW Ringhals) sagten, dass sie alle Aktivisten entdeckt hätten und keine Sicherheitsbedenken bestehen", sagte Martina Krüger, Leiterin Klima- und Energieberatung bei Greenpeace Schweden, abendblatt.de am Mittwoch.

Die Umweltorganisation wies jedoch darauf hin, dass sich noch mehrere Aktivisten auf dem Gelände des AKW Ringhals befänden. Laut Aussage der Aktivisten seien die Polizisten mehrmals am ihrem Versteck vorbei gelaufen, die sich seit dem frühen Dienstagmorgen auf dem Gelände aufhielten.

Krüger bestätigte einen Bericht der "Frankfurter Rundschau" (FR), wonach die Aktivisten am Dienstag ein Loch in den Zaun des AKW schnitten und somit auf das Gelände eindringen konnten. Demnach hätten sich vier Greenpeace-Mitglieder 27 Stunden lang auf dem Gelände verschanzt. Erst als sie sich telefonisch beim Schwedischen Rundfunk meldeten, seien sie festgenommen worden. Laut "FR" überwanden die Aktivisten den Zaun um das Kraftwerksgelände in Forsmark mit Leitern.

Wie Krüger weiter mitteilte, will sich Schwedens Umweltministerin Lena Ek umgehen mit Vorständen von E.on und Vattenfall zusammensetzen und über den Vorfall sprechen.

Bereits vor zwei Jahren hat es ähnliche Aktionen gegeben. Damals waren Aktivisten sogar bis zu den äußerst kritischen Stellen vorgedrungen wie dem Reaktordach.

Die Betreiber E.on und Vattenfall hatten nach dem Vorfall Besserung gelobt.

E.on betreibt in Deutschland sieben Kernkraftwerke, wobei sich zwei im Rückbau befinden. Drei der Kraftwerke stehen in Brokdorf, Stade und in Stadland an der Unterweser. Vattenfall betreibt in Deutschland zwei Kernkraftwerke, das AKW Brunsbüttel und das Akw Krümmel.

(br/mc/dlemm/mide)
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