04.02.13

"Tatort: Die schöne Mona"

Witz-Autor blieb am Bodensee immerhin seriös

Trotzdem fehlte es dem Krimi mit dem Ermittlerduo Blum und Perlmann an besonderen Momenten. Knapp zehn Millionen Zuschauer sahen zu.

Foto: SWR/Peter Hollenbach/SWR Pressestelle/Fotoredaktion
Tatort
Klara Blum (Eva Mattes) ermittelte mit Perlmann (Sebastian Bezzel) im Bodensee-Tatort "Die schöne Mona"

Hamburg. "Das Wunder von Wolbeck", der Jubiläums-"Tatort" aus Münster, bei dem sich Jan Josef Liefers als Professor Boerne zur Belustigung der Massen von einem Bullen ins Gesicht furzen lassen musste, war der bisher letzte "Tatort" von Drehbuchautor Wolfgang Stauch. Große Vorfreude auf das nächste Werk aus seiner Feder dürfte diese Episode bei eingefleischten Krimifans aber nicht erzeugt haben. Doch diesmal machte es genannter Autor in Zusammenarbeit mit Regisseur Ed Herzog deutlich besser. Am Ende honorierten im Schnitt 9,91 Millionen Zuschauer (26,8 Prozent Marktanteil) die wieder gewonnene Seriosität und bescherten der ARD so den Quotensieg am Sonntag.

Mona Seitz' Leiche ist verschwunden, nachdem sie samt Auto vonTatort einem Pick-up eine Klippe am Rand des Bodensees hinuntergestoßen wurde. Die Tat löst eine Dorfposse rund um die einstige Schönheitskönigin aus, die Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) vor ein kompliziertes Geflecht aus familiären, wirtschaftlichen und romantischen Beziehungen stellt, in der kaputte Ehen, gescheiterte Lebenspläne und das Image des Einzelnen im Mittelpunkt stehen.

Auf der einen Seite steht Christian Seitz, Monas depressiver Ehemann, der einst Krisenjournalist war und jetzt Lokalreporter ist, und durch sein Haus mit Seeblick den Ärger der Dorfbewohner auf sich gezogen hat. Auf der anderen Seite ist da Fritz Schönborn, Monas selbstverliebte Affäre. Fritz hat sich als erfolgloser Versicherungskaufmann mit isländischen Staatsanleihen in finanzielle Not gebracht und tröstet sich mit lange vergessenem Ruhm als Kreisligafußballer. Mittendrin die Kommissarin, die angespannt, aber mit gewohnter Intuition die Ermittlungen leitet, sich schnell auf einen potenziellen Täter festlegt und doch akribisch nach weiteren Beweisen sucht.

So wurde "Die schöne Mona" zu einem guten, durchaus dramatischen "Tatort", der die Bandbreite eindrucksvoll gescheiterter Persönlichkeiten intelligent verwebte. Sein Problem lag weniger in der Inszenierung, als vielmehr beim Wiedererkennungswert. Denn es mangelte diesem Film an etwas Besonderem. An einem Highlight, das diese Episode aus inzwischen gefühlt 860 weiteren "Tatorten" herausstechen lässt.

Andere Folgen der Krimireihe hatten solche Momente: Vom zweiten Dortmunder "Tatort" etwa bleibt der innovativ ermittelnde Kommissar Faber hängen. Die letzte Münchner Ausgabe hat es mit Side-Kick Gisbert (Fabian Hinrichs) ins Zuschauergedächtnis geschafft. Und mindestens durch die, wenn auch überzogene, Geiselnahme des Kanzlers ist auch der Tod von Hamburgs Ex-Kommissar Cenk Batu aus dem Vorjahr noch lange in den Köpfen geblieben. Ein solcher Moment, eine solche Story fehlte bei "Die schöne Mona". Für sich genommen war der Film sehenswert. Darüber hinaus war er nur ein Krimi wie jeder andere.

(HA/hpfn)
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