Musik

Gestatten, Bashkirova

... Pianistin, Festivalleiterin und anderes. Zu erleben bei den Symphonikern Hamburg

Elena Bashkirova ist eine ganze Menge: Sie ist die Ex-Frau von Gidon Kremer und die Frau von Daniel Barenboim, sie ist die Mutter des Geigers Michael Barenboim und des Songwriters David Barenboim, und sie ist die Tochter des großen Klavierpädagogen Dmitrij Bashkirov. Ach ja, eine bedeutende Pianistin und Festivalleiterin ist Elena Bashkirova außerdem. Auf die Frage eines Journalistenkollegen, ob es sie nie gestört habe, hinter der Tochter-, ­Ehefrau-, Mutterrolle zu verschwinden, antwortete sie nonchalant: "I wo. Ich kenne es ja nicht anders. Außerdem bin ich jetzt auch noch Großmutter ..." So ist es fast tröstlich, wenn sie darüber hinaus von sich sagt: "Manchmal werde ich auch zur Domina."

Hamburger Musikfreunde lernten die russische Pianistin im vergangenen Jahr noch von einer ganz anderen, unkonventionellen Seite kennen. Damals spielte sie bei einem der Pop-up-Konzerte der Symphoniker Hamburg Beethovens "Gassenhauer"-Trio tief unter der Elbe im Alten Elbtunnel. Am 8. Dezember kehrt Elena Bashkirova nun für ein reines Mozart-Programm zu den Symphonikern zurück. Dieses Mal auf das Podium im Großen Saal der Laeiszhalle. Unter dem Motto "Tates Mozart" hat der Chefdirigent der Symphoniker eine Sinfonie, zwei Klavierkonzerte und eine Ouvertüre seines musikalischen Hausgottes Mozart aufs Programm ­gesetzt.

Für die Bashkirova dürfte das ein Heimspiel werden, sagt sie doch über ­Mozart und dessen Kollegen Beethoven, Brahms und Schumann: "Das sind meine Leute!" Für das anstehende Konzert haben Bashkirova und Tate gleich zwei Konzerte in C-Dur von Mozart ausgesucht: die Konzerte Nr. 13 (KV 415) und Nr. 21 (KV 467). In den Kopfsätzen beider Werke betonte der Komponist gerne den Marschcharakter und schrieb für die Orchesterbesetzung sogar Pauken und Trompeten vor. Man darf also gespannt sein, was Tate und die beken­nende Domina aus diesen hochgradig stilisierten kriegerischen Tönen machen werden.

Außerdem auf dem Programm stehen die "Pariser" Sinfonie KV 297 und die Ouvertüre zu dem deutschen Singspiel "Die Entführung aus dem Serail". Doch Jeffrey Tate wird sicher selbst deren militante Janitscharenklänge zu mäßigen wissen. Denn für den angelsächsischen Feingeist ist klassisches Maßhalten das A und O der Mozart-Interpretation: "Mozart hat alles, aber nichts ist bei ihm übertrieben. Er ist nie exzessiv."

"Tates Mozart" 8.12., 19.30, Laeiszhalle. Karten zu Karten 11,- bis 39,- unter T. 35 76 66 66

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