01.11.12

Gala auf dem Schiff

Anna Depenbusch mit Deutschem Chansonpreis geehrt

Liedermacherin Anna Depenbusch und Kabarettist Felix Oliver Schepp wurden beim Hamburger Chansonfest auf dem Theaterschiff ausgezeichnet.

Von Stefan Reckziegel
Foto: dpa
Nach dem Fred-Jay-Preis für Anna Depenbusch' Texte gab es nun den Deutschen Chansonpreis für ihre Lieder
Nach dem Fred-Jay-Preis für Anna Depenbusch gab es nun den Deutschen Chansonpreis für ihre Lieder

Hamburg. Das Chanson, dieses dem Kabarett der 1920er- und 30er-Jahre entsprungene Lied, verleitet normalerweise zum Zuhören. Bei der Gala des 2. Hamburger Chansonfests war das etwas anders. Und das lag an den Preisträgern: Anna Depenbusch nutzte die intime Atmosphäre auf dem Theaterschiff ebenso, um das Publikum zum Mitsingen zu animieren wie Felix Oliver Schepp.

Die gebürtige Hamburgerin Depenbusch, deren Songs gewöhnlich zwischen Pop und Schlager angesiedelt sind, erhielt den mit 3000 Euro dotierten Deutschen Chansonpreis. Und die aparte Liedermacherin ("Ich fühle mich dem Chanson sehr verbunden, dieser Preis ist eine tolle Motivation") bewies nicht erst am Ende ihres Konzerts mit dem Mitmachlied "Alles auf null", wie sehr sie das Spiel mit den Zwischentönen beherrscht. Am Klavier interpretierte sie ihre - auch mal ironischen - Liebeslieder hauchzart bis euphorisch. Ihr Charts-Erfolg "Sommer aus Papier" blieb an diesem Herbstabend ausnahmsweise mal außen vor.

Der gebürtige Augsburger Schepp, schon seit geraumer Zeit Mitglied des Schiffs-Ensembles, animierte das Publikum mit seinem Rap "Hopp Hopp Hopp" einmal mehr zu "Pferdchen, lauf Galopp!"-Refrains. Schepp hatte die sechsköpfige Jury beim vorherigen Wettbewerb mit seinen witzig-originellen "Scheppsons" sowie mit seinem Klavierspiel und Klingel-Interpretationen überzeugt. Lohn für den 29 Jahre alten Sänger und Schauspieler waren der mit 2000 Euro dotierte Deutsche Chanson-Nachwuchspreis und der Publikumspreis. Im Finale der besten vier Talente hatte sich Schepp gegen die Hamburger Singer-Songwriterin Meike Schrader, den Rostocker Lukas Rauchstein und die Berlinerin Kathy Kreuzberg mitsamt deren zwei Gitarristen durchgesetzt.

Insgesamt 30 Nachwuchskünstler hatten sich an dem von der Hamburger Baugenossenschaft freier Gewerkschafter (BGfG) geförderten Wettbewerb beteiligt. Bleibt der Sponsor an Deck, könnte das Hamburger Chansonfest, das unter der Schirmherrschaft von Kultursenatorin Barbara Kisseler steht, schon im nächsten, spätestens aber übernächsten Jahr seine dritte Auflage auf dem Theaterschiff erleben. Die zweite endet am Freitag (19.30 Uhr) mit einem Gastspiel der ersten Chanson-Förderpreisträger Schwarz un Schmitz.

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