Konzert in Hamburg

Klang der Galaxien: Camerata in der Laeiszhalle

Die Hamburger Camerata gibt es seit
1986

Foto: Bernd Zabel / Hamburger Camerata

Die Hamburger Camerata gibt es seit 1986

Bei "Sternstunden" gab's Musik von Pärt und Mozart. Katharina Schütz rezitierte Gedichte zum Thema.

Hamburg.  Woher kommt die Musik? Warum kann sie die Menschen so berühren? Definitive Antworten gibt es nicht, und so werden diese unerklärlichen Dinge ins All katapultiert. Schnell ist man bei Begriffen wie "himmlisch" oder "göttlich". "Sternstunden" nannte die Hamburger Camerata ihr Laeiszhallen-Konzert und hatte unter diesem Motto ein spannendes Programm konzipiert. Zwischen der Musik rezitierte die Schauspielerin Katharina Schütz Gedichte zum Thema von Goethe oder Eichendorff.

Der estnische Komponist Arvo Pärt sucht mit seinen sphärisch-meditativen Klängen nach Verbindungen von Himmel und Erde. Fast wie ein Gebet, wunderbar ausgefeilt kam das erste Stück des Abends daher: "Orient & Occident" (1999) bezieht sich auf ein gemeinsames Bekenntnis der christlichen Kirchen in Ost und West.

Geheimnisvolles Schimmern

Ein paar Glissandi und orientalische Floskeln sorgten für ein geheimnisvolles Schimmern. Bei Anestis Logothetis' "Polymeron" aus "Himmelsmechanik" (1960) wurde aus einer grafischen Partitur gespielt. Hilfreich, dass sie auf einer Leinwand hinter dem Orchester zu sehen war und Dirigent Simon Gaudenz die sieben kreisartigen "Galaxien" vorher erklärte.

Dieses musikalische All bestand aus geheimnisvoll geschabten, gehauchten, flirrenden oder plötzlich explodierenden Tönen und mit dem Bogen auf Holz geklopften Klängen. Mit zwei großen sinfonischen Werken – Schumanns Cellokonzert (exzellent: Solist Jens Peter Maintz) vor und Mozarts "Jupiter-Sinfonie" nach der Pause – wagte die Hamburger Camerata den "Griff nach den Sternen", überzog allerdings fast durchgängig das Tempo, sodass eine Menge Details im Universum verpufften. Problematisch war dabei auch die kleine Besetzung des Orchesters, das Forte klang wirklich angespannt.

Sanft fließende Klängen

Eine Sternstunde gelang mit dem kleiner besetzten Stück "Entrée pour les muses" aus "Les Boréades" (1763), der letzten Oper von Rameau. Mit den sanft fließenden, balancierten Klängen schienen tatsächlich die Musen von himmlischer Harmonie zu erzählen.

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