27.01.13

Laeiszhalle

Sopranistin Anna Prohaska singt sich durch die Epochen

Die ältesten Stücke lagen der jungen Sängerin dabei am besten: Ihr helles Timbre passte perfekt zu den filigranen Linien der Renaissance.

Foto: promo
Jung und talentiert: Sopranistin Anna Prohaska
Jung und talentiert: Sopranistin Anna Prohaska

Hamburg. Anna Prohaska gehört zu den meistumschwärmten Jungstars der Klassik-Szene. Kein Wunder also, dass die kleine Laeiszhalle bei ihrem Recital prall gefüllt war. Unter dem Motto "Sirène" präsentierte die feingliedrige Sopranistin Lieder über Nixen, Nymphen und andere mythische Wasserwesen. Dabei spannte sie einen Bogen von der Renaissance über die Romantik bis ins 20. Jahrhundert, zu wenig bekannten Werken von Szymanowski und Honegger. Manchmal schwappten die Wellenbewegungen des Klaviers direkt von einer Epoche in die nächste hinein – weil Anna Prohaska und ihr vorzüglicher pianistischer Bootsmann Eric Schneider die Stücke zu einem organisch fließenden Ganzen verwoben, wie gleich zu Beginn, bei Debussys "La Mer est plus belle" und Haydns "Lied der Meerjungfrau".

Die ältesten Stücke lagen der jungen Sängerin am besten: Ihr helles, gertenschlankes Timbre passt perfekt zu den filigranen Linien und Verzierungen der Renaissance. Auch den schlichten Wehmutston von Schuberts "Des Fischers Liebesglück" traf Anna Prohaska genau und anrührend. Doch in den romantischen Farben, mit denen etwa Berlioz den "Tod der Ophelia" beklagt, ist ihr wasserklarer Sopran eher nicht zu Hause. So lebendig sie auch erzählt, so musikalisch sie phrasiert – da fehlt ihr einfach das breite Spektrum ihrer Generationsgenossin Christiane Karg, da fehlt ihr auch ein etwas runderer, erdiger Körperklang.

Vielleicht fühlte sich Anna Prohaska – die mit ihrem blassen Teint und dem bodenlangen, grünen Kleid selber ein bisschen wie eine Wassernixe aussah – in der schwierigen Akustik aber auch wie ein Fisch auf dem Trockenen. Jedenfalls wirkte sie mitunter etwas angespannt und sang deshalb eine Spur zu vorsichtig, zu kontrolliert. Erst, nachdem sie der begeisterte Jubel umbrandet hatte, verströmte die Sängerin bei zwei hinreißenden Zugaben von Mendelssohn und Schubert deutlich mehr Wärme. Die Menschenliebe erlöst das Nymphenwesen aus seinem seelenlosen Dasein. Ende gut, alles gut.

(Stä)
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